Religion ist... Unterbrechung

Für den Alltag mag diese Definition des Theologen J.B. Metz gelten.

Für die Schule trifft sie allerdings nicht immer zu, denn der Religionsunterricht unterliegt denselben Kriterien und Vorgaben wie jedes andere Unterrichtsfach.

In diesem Rahmen begeben wir uns auf eine Reise an unterschiedlichste Orte, in unterschiedlichste Zeiten, zu unterschiedlichsten Kulturen. Unterwegs wird auch jede Menge von uns verlangt, nämlich die kritische Auseinandersetzung mit unserer eigenen Haltung zum Glauben und allem, was dazu gehört.

Daher fragen wir auf unserer Reise vor allem danach, wer Jesus war und welche Bedeutung er für Menschen zu verschiedenen Zeiten und letztlich auch für uns hat. Als Hauptquelle begleitet uns dabei die Bibel. Als Ort der Verkündigung beschäftigen wir uns außerdem mit der Kirche, ihren Festen, ihrer Geschichte und ihrer Liturgie. Da Glaube immer auch gelebt werden muss, setzen wir uns auf dieser Reise mit verschiedenen Formen der Spiritualität auseinander.

Zum Leben mit und aus dem Glauben gehört immer auch das Leben als Mensch mit anderen Menschen. Die Frage nach dem glückenden Leben beschäftigt zu allen Zeiten die Menschen aller Kulturen; sie ist auch zentraler Inhalt in vielen Erzählungen der Bibel und damit unverzichtbarer Bestandteil des Religionsunterrichts. Daher begegnet uns die Frage nach dem Menschen und dem richtigen Verhalten als Mensch unter Menschen auf vielen Stationen unserer Reise.

Ausgangspunkt der Reise ist – wie bei jeder Reise – die eigene Heimat. Der konfessionelle Religionsunterricht bietet die Gelegenheit, uns kritisch mit uns selbst sowie unserer religiösen und kulturellen Identität auseinander zu setzen. Dass wir aber nicht alleine auf der Welt sind, stellen wir im Alltag immer wieder fest. Daher besuchen wir unterwegs verschiedene Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen, erweitern so unseren Horizont und gewinnen auf diese Weise auch eine neue Perspektive auf uns selbst.

Religion ist ... Unterbrechung

Vielleicht trifft diese Definition auf den Alltag mit seinen Alltäglichkeiten oft gar nicht zu – mangels Zeit oder Gelegenheit.

Der Religionsunterricht aber bietet den Schülerinnen und Schülern aus dem Blickwinkel des biblischen und kirchlichen Glaubens eine ganz eigene Perspektive auf die Welt, den Menschen und nicht zuletzt auf sich selbst. Damit durchbricht er zumindest gelegentlich die rein naturwissenschaftliche Betrachtung der Welt und lenkt den Blick auf sich (und die anderen) als Person.

Ob die Schülerinnen und Schüler dem Glauben positiv oder distanziert gegenüber stehen, spielt für die kritische Reflexion keine entscheidende Rolle. Die Bereitschaft, sich auf diese – an vielen Punkten sehr anspruchsvolle – Reise einzulassen, ist allerdings unverzichtbar und nach unserer Erfahrung immer wieder gewinnbringend.