Stufe 9: Leinwandprojekt

Die Schüler der Stufe 9 haben im Kunstunterricht bei Frau Welter im Schuljahr 08/09 alle einmal die Erfahrung gemacht, wie richtige Künstler mit Acrylfarben auf Leinwand zu malen. Anlass war die Klassenraumgestaltung „der 9er“. Hierzu sollten farbenfrohe, leuchtende und ein wenig haltbare Werke zum Unterrichtsthema „Porträt“ entstehen. Die Schüler konnten aus mehreren Künstlern und Aufgabenstellungen wählen und entschieden sich für Selbstporträts im Stil von Julien Opie (Klasse 9a) und Andy Warhol (Klasse 9b).

Julien Opi ist ein britischer Künstler, dessen Porträts grafische Umrisszeichnungen sind: Knöpfe als Augen, zwei Punkte als Nasenlöcher, zwei Pinselstriche für die Augenbrauen, ein langer Strich für die Oberlippe und ein kürzerer für die Unterlippe. Dies hört sich leicht an, ist aber in der Umsetzung schwierig, wenn man trotzdem noch den individuellen Menschen erkennen soll. Die Unterscheidung der Personen gelingt durch winzige Abweichungen im Gesicht. Die Unterschiede werden umso deutlicher, je mehr man davon sieht. Angeregt wurde Opi von Symbolen und Logos im Alltag- etwa von den Symbolen für Männer und Frauen bei öffentlichen Toiletten. Diese Zeichen kombiniert der Künstler - und auch die Fichte Schüler - mit einem Digitalfoto, bei uns in diesem Falle mit Selbstporträts, die mit geschlossenem Mund und einem ausdruckslosen Gesicht so weit wie möglich reduziert werden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Zu dem zweiten Künstler braucht man weniger sagen, da die meisten von uns die Popstar-Ikonen von Andy Warhol kennen, am berühmtesten sicher die bunte Darstellung von Marilyn Monroe, aber auch Elvis, Liz Taylor und der Tomatensuppendose von Campbell. Der Künstler wendet sich hier den neuen Legenden und Helden der Gesellschaft zu, hebt sie hervor und lässt sie zugleich durch massenhafte und billige Vervielfältigung der Bilder und Abbilder zu Klischees werden. Warhol verzichtet bewusst auf die Originalität, die Einmaligkeit des echten Kunstwerks. Er thematisiert die Wahrnehmungsmechanismen der Konsumgesellschaft und fragt, wie wirklich Kunst definiert werden soll. Die Schüler haben hingegen einmalige Bilder geschaffen, die sie nicht von Mitarbeitern sondern selbst hergestellt haben. Hierzu wurden Porträtfotos durch das Rasterverfahren auf Leinwand übertragen. In bunten einfachen schablonenhaften Formen setzte sich dann das eigene Gesicht zusammen.

Zu sehen sind die Schülerwerke nun nicht nur im Internet, sondern im Schuljahr 09/10 auch im Original in Klassensatzstärke in den Klassenräumen der 10a und der 10b.