Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte …

… und damit man lernt zu verstehen, was es mitteilen will, befindet es sich im Fach Kunst im Zentrum des Unterrichtsgeschehens. Bilder bestimmen unser Leben heute gleichermaßen wie Sprache. Sie begegnen uns nicht nur in Kunstmuseen, sondern alltäglich auch in Zeitungen, im Fernsehen, auf Werbeplakaten und im Internet. 

Zu einem Hauptanliegen des Kunstunterrichts gehört deshalb die Förderung eines wachen Bewusstseins im Umgang mit und der Gestaltung von Bildern, damit unsere Schülerinnen und Schüler der komplexen Welt der uns umgebenden Bilder individuell und kompetent begegnen können, mit dem Ziel ihren Lebensraum aktiv mitzugestalten. 

Der Kunstunterricht in der Unterstufe ist eine wichtige Erweiterung zu der meist sprachlich orientierten gymnasialen Ausbildung. Hier kann man sich mit allen Sinnen ausdrücken und Kompetenzen anwenden, die in keinem anderen Fach gefragt sind. Die spielerische Herangehensweise an gestalterisches Arbeiten, die Betrachtung von Kunstwerken sowie die Reflexion über das Wahrgenommene durchdringen sich. Dadurch entwickeln unsere Schülerinnen und Schüler ein Gespür für künstlerische Ideenfindungsprozesse an deren Ende ihr selbst geschaffenes Werk steht. Dieses Erfolgserlebnis fördert ihr Selbstbewusstsein – besonders, wenn sie zusätzlich Anerkennung in der öffentlichen Präsentation finden. 

Das weite Spektrum der vermittelten künstlerischen Ausdrucksmittel garantiert Abwechslungsreichtum und erhält die Neugier und Freude am Kunstunterricht. Es umfasst neben Malerei und Zeichnung mit verschiedensten Materialien auch Drucktechniken, Collage, Fotografie, Plastizieren mit Ton, Modelliermasse und Gips ebenso wie die Bildbearbeitung am Computer. Man entwickelt feinmotorische und handwerkliche Kompetenzen, die in keinem anderen Fach gefördert werden. Dabei kann man seine individuellen kreativen Fähigkeiten und Vorlieben in der Auseinandersetzung mit Themen wie Porträt- und Sachzeichnen, Stillleben- und Landschaftsmalerei, plastischer Figuration und Raumdarstellung entdecken und erproben.

In der Oberstufe lernt man Kunstwerke verschiedener Stilrichtungen von der Antike bis zur Gegenwart im sozio-kulturellen Kontext als Spiegel ihrer Zeit zu analysieren, zu deuten und in fachwissenschaftlichen Begriffen darüber zu sprechen. Man versteht, warum die Menschendarstellung in der Romanik abstrakt und in der Renaissance naturalistisch ist, warum im Impressionismus der Eindruck zum Ausdruck gelangt, im Expressionismus Pferde blau, Kühe gelb und Wiesen rot sein können. Fachbegriffe wie Tympanon, Kontrapost, Duktus, Komplementärkontrast, Trompe-l’oeil und Ikonizitätsgrad bleiben nicht länger ein Rätsel. 

Bei der Durchführung vielfältiger Projekte, wie der Verhüllung eines Denkmals anlässlich der Wiedereröffnung des Fichte-Gymnasiums im Jahr 2004, lernt man konzeptuelles Denken, Planen, Handeln und entdeckt seine individuellen Fähigkeiten auch in der Teamarbeit.  

Außerschulische Unterrichtsorte sind neben den Museen in Krefeld, Düsseldorf, Köln und Duisburg auch mal die Parks, Tiefgaragen, Fußgängerzonen und Architekturhighlights Krefelds, damit unsere Schülerinnen und Schüler Kunst auch in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswelt erfahren. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wie dem Kaiser-Wilhelm-Museum bei „Der ganz alltägliche Wahnsinn“ anlässlich der Initiative Kultur und Schule fördert die Motivation und den kreativen Schaffensdrang.  

Die Teilnahme an Wettbewerben rundet das Profil des Faches Kunst an unserer Schule ab. So erzielten unsere Schülerinnen und Schüler seit 2002 zahlreiche Erstplatzierungen in teils bundesweiten Wettbewerben und waren AKKU-Preisträger im Jahr 2005.