Was ist DELF??

DELF, das heißt Diplôme d’Études en Langue Française und klingt zunächst einmal besonders wichtig und französisch. Es handelt sich hierbei um ein Französisch-Diplom, welches vom französischen Bildungsministerium ins Leben gerufen wurde.

Dabei ist es möglich mehrere Niveaus zu erreichen. Beginnend mit A1 und A2 können sich diese über B1 und B2 – welches schon auf Abiturniveau einzuordnen ist – bis hin zu C1 und C2 steigern. Diese letzen beiden Prüfungen werden jedoch zumeist von den französischen Muttersprachlern selbst oder von Abiturienten bzw. Studenten mit langjähriger Französisch-Erfahrung absolviert und bestanden.

Die Prüfung besteht jedoch keinesfalls nur aus einem einzigen Teil. Die Prüfung für ein Niveau setzt sich aus einem Teil des schriftlichen Verständnisses, einem anderen Teil des mündlichen Verständnisses (von einer CD abgespielte Radiosendungen zum Beispiel) und einer schriftlichen production zusammen. Getrennt von diesen drei Teilen findet die Prüfung der mündlichen production statt, die den vierten und letzten Teil eines Niveaus darstellt. Hier muss schließlich aktiv Französisch mit "richtigen" Franzosen gesprochen werden. Kurz: Eine Prüfung besteht aus vier Teilbereichen.

Ist ein bestimmtes Niveau mit der erforderten Mindestpunktzahl (50 von 100 Punkten) erreicht, so gibt dies über die Sprachkenntnisse der jeweiligen Person Auskunft. Das Zertifikat, welches man (meistens erst nach über einem Jahr Wartezeit) erhält, attestiert der Person das Bestehen der Prüfung und gilt lebenslang.

Hier kann nun die "Geschichte" von Deniz Esen und mir einsetzen. Wir beide waren im letzten Jahr noch Schüler der Stufe 11 unseres Gymnasiums. Wir haben bis zu jenem Schuljahr die Prüfungen A2 und B1 mit Erfolg bestanden und wagten uns diesmal an das Niveau B2 (wie bereits gesagt: Abiturniveau!).

Herr Dr. Kutz – unser Französischlehrer – erklärte sich bereit, mit uns die schwierige Aufgabe anzugehen. Dabei durften wir erfahren, dass wir die ersten seien, die er kenne, die sich schon in der Stufe 11 an dieses Niveau (B2) herantrauen. Trotzdem fand er aufgrund der relativ langen Vorbereitungszeit, welche uns von nun an bevorstand, optimistische Worte.

Sebastian Ludwig und Deniz Esen

Wir setzten uns also Woche um Woche zusammen, um vor allen Dingen das mündliche Verständnis zu trainieren. Die Erfahrungen und Erlebnisse unseres durchaus erfahrenen Französischlehrers mit früheren DELF-Schützlingen ließen darauf schließen, dass man auch ein wenig Glück haben muss, um nicht gerade ein Interview mit einem Französisch sprechenden Togolesen in lautstarker Begleitung der Buschtrommel zu erwischen.

Nach etlichen Extrastunden mit dem CD-Player und Vorbereitungsübungen, waren die Tage der Prüfungen endlich gekommen.   Zuerst die mündliche, in der wir über französische Fußballmannschaften und die Probleme eines männlichen Modells diskutieren mussten.  Schließlich die schriftliche Prüfung, die uns mit einem äußerst schnell gesprochenen Interview zunächst in einen "Ich-hab-so-gut-wie-nichts-verstanden-Zustand" versetzte und uns letztlich u. a. mit einem Text über Sudoku konfrontierte. Zum Glück waren wir aber beide ausreichend mit Schokoriegeln und weiteren Snacks ausgestattet, so dass der erste Schock schnell überwunden war und die restliche Prüfung lockerer angegangen werden konnte.

Dann war die Prüfung vorbei. Ob wir bestanden hatten oder nicht: Wir konnten es nicht sagen. In einem Punkt waren wir uns jedoch einig: Es würde knapp werden!

Als Herr Kutz uns einige Wochen später von unserem erfolgreichen Bestehen berichtete, war die Freude darüber natürlich umso größer. Der Aufwand hatte sich zweifelsohne gelohnt und die Schokoriegel (von denen auch alle anderen Prüflinge profitierten) anscheinend gewirkt.

Am Ende gilt unser Dank wie gesagt vor allem unserem Französischlehrer Herrn Dr. Kutz, der sich wochenlang (jedoch nicht vergeblich) mit uns abgekämpft hat.

Sebastian Ludwig