Die "Zierde unserer Stadt"

1849. Die Revolution, die im Jahr 1848 begonnen hat, bricht in sich zusammen. Auch in Krefeld, das zum Königreich Preußen gehört, kehrt wieder Ruhe ein und das Bürgertum wendet sich der wirtschaftlichen Tätigkeit zu. Die Zahl der Bewohner steigt auf 37 129, das sind 20 000 mehr als noch 1830. Die Einführung der Wollkamm-Maschine und Singers neue Nähmaschine bringen der Textilindustrie starken Auftrieb. In London findet die erste Weltausstellung statt, an der auch Krefelder Unternehmen beteiligt sind - aber: In unserer Stadt gibt es nur eine einzige weiterführende Schule.

Die Handelskammer Krefeld wendet sich an den Oberbürgermeister und regt die Errichtung einer Gewerbeschule an, das ist eine Schule für Kaufleute, Fabrikanten, Mechaniker, Handwerker, denen die Schule das praktische Wissen für das Fach auf wissenschaftlicher Grundlage beibringen soll. Der Gemeinderat stellt an das preußische Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten den notwendigen Antrag; langjährige Verhandlungen beginnen, bis 1851 die Gewerbeschule ihre Tätigkeit mit vierzehn Schülern und drei Lehrern in sechs Räumen eines Hauses Ecke Luisenstraße und Luisenplatz eröffnet.

Dies ist der Beginn unserer Schulgeschichte.

Bereits vier Jahre später steht am 1. April 1855 im "Crefelder Kreis- und Intelligenzblatt":

"Die raschen Fortschritte der Schüler in den verschiedenen Lehrfächern gaben das beste Zeugnis für den Eifer und die Tüchtigkeit der Lehrer und waren, neben der sich immer mehr verbreitenden Erkenntnis der hohen Wichtigkeit, welche einer gründlichen Bildung auch für jeden technischen Beruf beizulegen ist, mit Veranlassung zu den sich fortwährend häufenden Anmeldungen.

Es wurden in 4 Klassen 35 Gewerbeschüler und 174 Fortbildungsschüler unterricht und 5 der ersteren nach wohlbestandener Prüfung mit dem Zeugnis der Reife entlassen."

"Da wegen Mangels an Raum viele der sich anmeldenden Schüler keine Aufnahme finden konnten, so beschloss der Gemeinderat, für die Gewerbeschule ein neues Lokal zu erbauen, (...). Es wurde deshalb ein auf eben diese Anforderungen berechnetes großartiges Gebäude im verflossenen Frühjahre in Angriff genommen, und prangt dasselbe schon jetzt, seiner Vollendung nahe, als Zierde unserer Stadt."

In diesem Gebäude am Westwall ist das Fichte-Gymnasium noch heute zu Hause. Es hat immer noch einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, aber 666 Schülerinnen und Schüler.

Wir laden alle Besucher unserer Webseite herzlich dazu ein, sich mit der nun beinahe 160jährigen Geschichte des Hauses und der Schule weiter vertraut zu machen, und wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

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Ausführliche Geschichte der Schule

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Schulleiter des Fichte-Gymnasiums

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