Rom – Eine Studienfahrt inklusive Kulturschock

Modernes Kulturobjekt

Oktober in Rom. Gutes Wetter. Sonne. 20 Stunden Busfahrt. Religion trifft auf Berlusconi. Antike im 21. Jahrhundert. Pasta, Pizza und ganz viel "gelato". So oder so ähnlich haben wir uns unsere Studienfahrt vorgestellt. Eine Woche "la dolce vita" genießen, eine letzte gemeinsame Fahrt der Stufe 13 und das in die Ewige Stadt!

Und so machten wir uns per Bus am 14. Oktober 2011 auf den Weg. Wir fuhren und fuhren, wir passierten die Alpen und am nächsten Morgen wurden wir von den warmen Farben der Toskana, von ihren Olivenbäumen und endlosen Feldern begrüßt – was für ein Ausblick! Gegen Mittag erreichten wir dann endlich unser lang ersehntes Ziel! Fasziniert von den ersten Eindrücken der Stadt, von Relikten des Alten Roms, vom Tiber und der gesamten Atmosphäre, stürzten wir uns in unser nächstes Abenteuer: mit einem Doppeldecker durch das Labyrinth der kleinen Gassen Italiens.

Das offizielle Programm wurde Sonntagmorgen mit einer Stadtführung eröffnet. Unsere Reiseführerinnen waren sehr freundlich und haben mit viel Witz und sogar ein wenig italienischem Temperament nicht nur von Rom und seiner Geschichte, sondern auch von ihrem Alltag erzählt. Startpunkt der Führung war der Petersplatz, von welchem es dann Richtung Engelsburg ging. Dass während der Pfingstmesse aus dem Opaion, dem Kuppelauge des Pantheons, tausende Rosenblüten fallen, hätten wir nicht gedacht. Rom - eine hektische Großstadt, die ihr zweites Gesicht nicht verhüllt - Piazzas mit wundervollen Brunnen, Kirchen, malerisch-verfallene Straßen, Cafés. Überall trifft man auf Kunst, auf die Meister der vergangenen Jahrhunderte und vielleicht nirgendwo sonst ist die Renaissance so präsent wie hier. Am Trevibrunnen angekommen, warfen auch wir – wie richtige Touristen und mit einem kleinen Funken Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem "NY der Antike" – Münzen hinein. Die Spanische Treppe verführte uns abschließend zu einer kleinen Pause unter sonnigem Himmel. Eins stand fest: Der Wetterbericht schien sich zu bewahrheiten.

Beach-Rugby

Für die nächsten Tage befanden sich noch die Vatikanischen Museen, ein Strandausflug, die Papstaudienz und das antike Rom auf der Tagesordnung.

Die Vatikanischen Museen versprachen einen Einblick in das christliche Rom – einer weiteren Facette der Millionenstadt. Ein, durch seine Größe beeindruckender Gebäudekomplex, welcher sich durch seine Vielfalt und seinen Reichtum an Schätzen der Kunstgeschichte auszeichnet, beeindruckte nicht nur aus diesen Gründen. Es war eine unvorstellbare Ruhe und Stille, in gewisser Hinsicht auch kühle Leere, die die langen Flure der Museen, trotz der vielen Besucher ausstrahlten.

Der Ausflug zum Strand kam nach diesen intensiven Eindrücken genau richtig. Nachdem noch einige Referate gehört wurden, hieß es: "Entspannung pur!" Die Wagemutigsten der Stufe sprangen sogar ins Meer und es wurde spontan beschlossen, Rugby zu spielen – mit reinen Männermannschaften natürlich und viel Kreativität, was Ball und Spielfeld anging.

Am vorletzten Tag, an dem die Papstaudienz anstand, haben wir uns aufgeteilt. Entweder Audienz oder eine atemberaubende Aussicht Roms von der Villa Borghese genießen – bei tollem Wetter, versteht sich.

Papstaudienz

Der Petersplatz füllte sich vor der Audienz innerhalb kürzester Zeit mit Menschen aus der ganzen Welt, die alle gespannt auf den deutschen Papst warteten. Und dann, ganz unerwartet wurden wir aufgezählt: die Schulgruppe Fichte-Gymnasium aus Krefeld.

Den letzten Abend in Rom haben wir alle zusammen, bei gemeinsamem Pizzaessen, verbracht. Die Pizzen waren lecker und es war schön noch ein Mal zusammenzusitzen und sich über die vergangene Woche auszutauschen.

Am nächsten Morgen war klar: So toll das Wetter die Woche über auch war, so dramatisch veränderte es sich auch. Unser letzter Tag in Rom – und halb Italien steht unter Wasser. Diese unerwartete Wendung zwang uns, den letzten Tag umzustrukturieren, was eine baldige Heimfahrt ermöglichte.  

Unser Fazit: Eine gelungene Fahrt in eine Stadt, die mehr unterschiedliche Gesichter nicht haben könnte. Tolle Unterkünfte – kleine Chalets mit großen Terrassen, die wie geschaffen für gemeinsame warme Herbstabende waren und viele Freiheiten umrundeten das gemeinsame Programm auf eine tolle Weise. Wir alle hatten die Möglichkeit, unser eigenes Rom kennenzulernen – bei Tag und auch bei Nacht.

Liubov Andreeva