Barcelona: Sonne, viel Kultur und eine lange Busfahrt

Eine Studienfahrt der Stufe Q2

Es war schon immer ein Menschheitstraum, das Wetter beherrschen zu können. Vor allem die Verwandlung einer Ansammlung von Regenwolken zu einem blauen Spielplatz der Sonne weckt Phantasien. Wenn man diesen Traum noch mit der Möglichkeit kombinieren kann, die Sehenswürdigkeiten und die kulturelle Vielfalt der Hauptstadt Kataloniens zu erleben, dann ist man auf der Studienfahrt nach Barcelona richtig. Mit den beiden magischen Zahlen 1383 und 16 kann man beides erreichen.

  • 13.10.2013, Krefeld, 20 Uhr, Nieselregen, kalter Wind bei 7°C.
  • 1383 km und 16 Stunden später haben sich die Phantasien schon bewahrheitet.
  • 14.10.2013, Calella, 12 Uhr, Sonnenschein, blauer Himmel 25°C.

Bereits beim Grenzübergang Frankreich-Spanien hatten Sonnenbrillen im Bus Hochkonjunktur. Wo ist der Haken an der Sache? 16 Stunden im Bus mit einer Melange aus Karnevalsliedern und Techno aus den Boxen von sechs Ghettoblastern war nicht jedermanns Sache. Zusätzlich war man einer kleinen A cappella Boygroup ausgesetzt, die pausenlos Partylieder sang. Doch bei der Ankunft im Hotel waren die Strapazen vergessen und die Freude auf eine spannende und erlebnisreiche Woche überwog... solange man nicht an die Rückfahrt dachte.

Der erste Tag stand unter dem Motto "Ankommen und Auskundschaften". Die Mädchen der Reisegruppe sicherten sich erst einmal die Zimmer mit Meerblick, während alle männlichen Teilnehmer den Blick auf den benachbarten Wohnblock genießen durften.

Der zweite Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück und einem Spaziergang zum Hauptbahnhof. Der Zug brachte die Gruppe entlang des Meeres direkt ins Zentrum von Barcelona, der Placa Catalunya. Nachdem der Reiseleiter gefunden war, folgte eine Erkundung der Innenstadt und ihrer wichtigsten Bauwerke zu Fuß. Hierfür ging es zunächst zur Kathedrale der heiligen Eulalia und von da aus durch die kleinen Gassen der Altstadt. Auf der Placa de Sant Jaume bewunderte die Gruppe das Rathaus sowie den Palast der katalanischen Autonomieregierung. Nicht nur hier wurde man mit dem Konflikt zwischen Spanien und Katalonien um Unabhängigkeit konfrontiert. Zum Abschluss der Führung flanierte die Gruppe die wohl berühmteste Straße Barcelonas entlang, "La Rambla". Danach gab es die Möglichkeit, die Stadt für ein paar Stunden selber zu erkunden, die unzähligen Einkaufstüten am späteren Treffpunkt ließen vermuten, dass Shopping weit oben auf der Aktivitätenliste stand.

Der dritte Tag führte die Gruppe in das Reich von Lionel Messi und dem FC Barcelona. Camp Nou heißt die Heimstätte des ansässigen Fußballvereins und es bietet eine einzigartige "Experience Tour" durch die heiligen Hallen des größten Stadions Europas. Das Wetter an diesem Tag würde man in Deutschland wohl als hochsommerlich bezeichnen, so war es dann auch nicht anders möglich, als den restlichen Tag die Eindrücke am örtlichen Strand sacken zu lassen und sich ein wenig von den Anstrengungen der ersten Tage zu erholen. 

Die Sagrada Familia war der erste Ausflugspunkt des vierten Tages und ein absolutes Highlight der Studienfahrt. Die von Antoni Gaudí entworfene Basilika brachte jeden zum Staunen, selbst wenn man Kirchen im Allgemeinen weniger interessant findet. Die Architektur ist sensationell und zieht einen sofort in ihren Bann. Dennoch ging es irgendwann weiter, der Bus brachte die Gruppe auf den Montserrat, einen Berg nordöstlich von Barcelona. Das gleichnamige Kloster auf dem Berg ist Zielort vieler Wallfahrer, vor allem wegen der dort ausgestellten "schwarzen Madonna". Die meisten Schüler genossen jedoch eher den wunderbaren Ausblick auf die Täler. Der Abend wurde dann der spanischen Esskultur gewidmet. Ein Tapasabend mit der gesamten Gruppe zeigte deutlich, dass auch viele kleine Köstlichkeiten einen Hungrigen satt machen können.

Am letzten Tag hieß es Sachen packen und entspannt auf den Bus warten, in voller Vorfreude auf die A cappella Künste der mitreisenden, jedoch nicht mitreißenden Boygroup. Die magischen Zahlen 1383 und 16 schafften es leider auch aus Sonne und 25°C wieder Regen bei 7°C zu zaubern. Die tollen Erinnerungen an die erlebnisreichen Tage in Barcelona blendeten das heimische Wetter aber für ein paar Tage aus.