Das Patenschaftsprojekt "Niepkuhlen"

Die Niepkuhlen

Die Niepkuhlen bilden eine einzigartige Auenlandschaft, die durch die letzten beiden Eiszeiten am linken Niederrhein entstanden ist. Das schmale, langgestreckte Auenwald- und Sumpfgebiet bot bis in die Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts einer vielseitigen, interessanten Pflanzen- und Tierwelt Lebensraum. Heute sind die Nieper Kuhlen Naturschutzgebiet, und die Stadt Krefeld bemüht sich gemeinsam mit verschiedenen Verbänden, die einzigartige Feuchtgebietsvegetation mit ihren seltenen und gefährdeten Arten wiederherzustellen und zu erhalten.

Die Biotop-Patenschaft

Die Fachschaft Biologie des Fichte-Gymnasiums hatte sich im Herbst 2006 für eine Botop-Patenschaft des Naturschutzgebietes Niepkuhlen entschieden. Für ein Privatgrundstück wurde ein Konzept zur Renaturierung des Uferbereiches entwickelt und erste Entwicklungs- und Pflegearbeiten wurden tatkräftig angegangen. Im Jahr 2008 wurde das Projekt erweitert. Projektträger ist nun die Untere Landschaftsbehörde der Stadt Krefeld, finanziell wird das Patenschafts-Projekt vom Landschaftsverband Rheinland großzügig unterstützt.

Die Bedeutung für unsere Schülerinnen und Schüler

In den Nieper Kuhlen haben unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich praktisch mit Fragen des Naturschutzes im eigenen Lebensumfeld auseinanderzusetzen. Wissen wird durch prägende Erlebnisse in der Natur erworben. Das Niepkuhlen-Projekt ist deshalb ein wichtiger Teil der Natur- und Umweltbildung am Fichte-Gymnasium.

Die Ziele

Ziel unseres Patenschafts-Projektes ist eine möglichst umfassende und nachhaltige Untersuchung der Niepkuhlen und angrenzender Biotope (Gewässermorphologie, chemische Analysen, Vegetationskartierungen, Feststellung anthropogener Faktoren) sowie die Auseinandersetzung mit historischen und zukünftigen Entwicklungen.

So lernen unsere Schülerinnen und Schüler z. B., unterschiedliche Biotoptypen unter verschiedensten Gesichtspunkten zu beurteilen. An mehreren Standorten wird die Gewässergüte bestimmt, die Bedeutung der Kuhlen als Lebensraum untersucht, es werden Vegetationskartierungen durchgeführt, Tiere bestimmt und entsprechende Dokumentationen erstellt. Geplant sind auch Aktivitäten wie das Schneiden von Kopfweiden oder die Renaturierung des Uferbereiches auf einem städtischen Grundstück.

 

Die Einbindung in den Unterricht

In Zusammenarbeit mit zwei Biologinnen wird zurzeit ein Konzept für den Differenzierungskurs „Naturwissenschaften“ in den Jahrgangsstufen 8 und 9 entwickelt und erprobt.

Im Rahmen des Kursthemas „Ökologische Verflechtungen und nachhaltige Nutzung“ werden im zweiten Halbjahr Exkursionen mit den Biologie-Kursen der Jahrgangsstufe 12 durchgeführt.

Die Aktivitäten der Fachschaft Biologie sollen begleitet werden durch geologische und (zeit)geschichtliche Arbeiten. Die interessante Oberflächengestalt der Stadt Krefeld (Terrassenbildung in der Eiszeit, Niepkuhlenrinne als ausgeprägteste und tiefste Altstromrinne des Rheins) bietet genauso Anreize für Untersuchungen und Darstellungen wie die Veränderung der Auenlandschaft durch die landwirtschaftliche Nutzung, durch private Bebauung oder durch die Nutzung als Naherholungsgebiet. Zur Geschichte des Naturschutzes in Krefeld sind Quellen zu finden und auszuwerten. Auch im Rahmen des sozialwissenschaftlichen Unterrichts können interessante Fragestellungen aufgeworfen werden: Welche städtischen und Landesämter kümmern sich heute um den Naturschutz und welche gesetzlichen Bedingungen sind in diesem Bereich zu beachten.

 

Unser Projekt im WDR Fernsehen