START-Stipendiat Arthur Eirich

Arthur war gerade ein Jahr alt, als seine Eltern 1992 aus Schandossowa in der Nähe von Alma Ata (Kasachstan) mit ihm in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelten. Nach dem Besuch der Grundschule wurde er 2003 in das Fichte-Gymnasium aufgenommen und besucht im Schuljahr 2008/2009 die 11. Klasse.

 

„Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.“

Arthur Eirich

Mit diesem Zitat Mohandas Gandhis kann man das Leitbild von START, eines Projekts der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, umreißen. Ziel von START ist es, engagierte und talentierte Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte bis zum Abitur zu unterstützen, indem man sie sowohl materiell als auch ideell fördert. START erwartet von seinen Stipendiaten, dass sie als Vorbild und Ansprechpartner für andere Jugendliche mit Migrationshintergrund fungieren, um ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sich ihre Leistungen – seien es schulische oder auch außerschulische – in Deutschland lohnen und man hier auch wahrlich eine Chance hat.

Das Stipendiatenprogramm bietet außer einer materiellen Förderung auch eine umfangreichere ideelle Förderung an. Dazu gehören u.a. ein Jahrestreffen, zwei jährliche Bildungsseminare, Wahlseminare und auch Ferienakademien sowie sportliche Projekte. Ich hatte die Möglichkeit, am Basketball-Projekt von START in NRW teilzunehmen und bin auch Mitglied der Fußballmannschaft STARTINHOS NRW. Diese sportlichen Projekte verfolgen das Ziel, die Teamfähigkeit zu stärken. Auch in den Ferien fand ein Treffen der Basketballmannschaft von START in NRW statt, bei dem die neuen Stipendiaten das erste Mal anwesend waren. Die Stimmung war heiter und ausgelassenen und am Ende fiel es schwer, Auf Wiedersehen zu sagen.

Das gilt auch für die Bildungsseminare. Die neuen Stipendiaten hatten bereits vor ihrer offiziellen Aufnahmezeremonie die Pflicht, am Bildungsseminar Rhetorik teilzunehmen, das grundlegende Kenntnisse von Rede und Präsentation vermittelte. Das Seminar erstreckte sich über ein Wochenende. Die Erfahrungen, die man während der gemeinsamen Wochenenden sammelte, sind einmalig. Man muss sich das nur einmal vorstellen: Es treffen sich 168 junge Leute verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Religion und Kultur. "Wie kann das gut gehen?", mag sich der ein oder andere jetzt wohl fragen. Aber es ist einfach nur phänomenal und faszinierend, mit welcher Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit alle aufeinander zugehen, sich begrüßen, umarmen. Zahlreiche Freundschaften wurden gleich am ersten Wochenende geschlossen. Nach den Seminaren setzte man sich zusammen, es gab politische Diskussionen, aber auch eine Disko zum Ausklang. Es wurde getanzt und gesungen, einige genossen draußen das schöne Abendwetter. Ich habe während dieses Wochenendes gesehen, dass START wie eine Familie ist, bei der jeder durch seine Individualität ein Teil des Ganzen ausmacht. Dieses familiäre Verhalten untereinander war geprägt von Wertschätzung, Toleranz und Akzeptanz zwischen den Kulturen. Bei START werden der Mensch und sein Charakter gesehen, es wird nicht nach der Nationalität, der Religion, der Hautfarbe oder der ethnischen Zugehörigkeit gefragt. Das macht START und seine Stipendiaten stark.

Innerhalb der angestrebten drei Jahre Förderung bis zum Abitur werde  ich die Möglichkeit haben, an vielen Bildungsseminare teilzunehmen. Es werden Seminare mit verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen angeboten. Ein Seminar, das mich sehr interessiert,  beschäftigt sich z.B. mit dem Thema „Demokratie und Partizipation“.

Da ich noch nicht weiß, welchen akademischen Beruf ich ausüben werde, möchte ich viele Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sammeln und mir Kenntnisse aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen aneignen. Es ist einfach ein schönes Gefühl zu wissen, dass es neben der Familie, den Freunden und der Schule eine Stiftung gibt, die alles daran setzt, dass auch Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstützt werden. Diese Unterstützung und Förderung, die ich jetzt erhalte, möchte ich später zurückgeben, indem ich anderen Menschen helfe. Dabei möchte ich mich vor allem aktiv für Menschenrechte einsetzten und mich in Entwicklungsländern engagieren.

Ich hoffe, dass ich einen guten Einblick in die START-Stiftung und ihre Ziele vermitteln konnte, und möchte das Interesse meiner Mitschülerinnen und Mitschüler wecken und ihnen Mut machen, sich ebenfalls um ein START-Stipendium zu bemühen.

Nutzt diese Chance, denn das Leben ist das, was ihr daraus macht.

Arthur Eirich, Stufe 11