Ein Ende mit Schrecken – faszinierend gespielt

Theater-AG spielt Michael Endes komische Tragödie "Die Spielverderber oder das Erbe der Narren"

An drei Abenden (26., 28., 29.3.14) faszinierte die Theater AG in der ausverkauften Aula mit ihrer Inszenierung von Michael Endes "Die Spielverderber" die Zuschauer. Das Drama Endes ist auf deutschen Bühnen fast nie zu sehen. Ein Grund: Es gibt nur Hauptdarsteller: zehn Erben im Haus des unbekannten Erblassers, eine alte, geheimnisvolle Dienerin und eine Notarin. 12 Hauptrollen – eine Herausforderung, die von den jungen Schauspielern mit Bravour gelöst wird.

Eine Gruppe höchst unterschiedlicher Leute ist in den alten Palast des Johannes Philadelphia eingeladen, um dort ein vermeintliches Erbe anzutreten. Der spitze, schrille Schrei Ninives (Anita Ebel), der verzogenen Tochter des Upperclass-Ehepaares Geryon, durchbohrt förmlich das Publikum und entblößt die Verlogenheit. Die alte Dienerin Frau Buldt (Melina Churt), changierend zwischen Traum und Wirklichkeit, lässt Protagonisten und Zuschauer an ihrem Realitätssinn zweifeln. Der General (Shannon Maas) versucht mit militärisch martialischem Auftritt und schnarrender Stimme vergeblich das Chaos zu beherrschen. Emir Ramusovic (Direktor Egon Geryon) und Marie Surga (Elsbeth Geryon) zeigen mit ihrer Darstellung die kalte Macht des Geldes hinter einer schönen Fassade. Dagegen verleiht Leon Hill dem mit allen Wassern gewaschenen Zuchthäusler Nebel-Jakob eine fast schon sympathisch wirkende Ausstrahlung als Loser-Typ. Mitleid in Schrecken zu verwandeln gelingt Karolin Hennig als blinder Bäuerin Anna Fenris. Erschreckend und zuletzt hysterisch ist auch Klara Dunkelstern (Saskia Kulka), eine frustrierte Lehrerin, deren Fassade des Idealismus zusammenbricht. Unterwürfig hilflos spielt Corinna Prochner das Spülmädchen Paula Olm, das jedoch auf seinen Vorteil bedacht gewalttätig wird und andere beschuldigt. Anna Elsenbach traut man als Alexandra von Xanadu zu, Tiger zu bändigen und die Situation zu beherrschen, doch hinter dem dominanten Äußeren verbirgt sich Todessehnsucht. Eingeschlossen vom Egoismus und zum Untergang verdammt, wird auch die neutrale Notarin Frau Dr. Arminius (Aisha Sesay), von den Erben mit Gesichtern „wie Pistolenläufe“ umstellt, in den Strudel des Verderbens gezogen. Allein Sebastian Nothaft, den Berkan Kurt als naiv und einfältig darstellt, versucht den Egoismus zu überwinden, bringt den Palast kurzzeitig zum Strahlen und die Nachtigallen zum Singen. Doch der Selbstlose wird zum Opfer der Selbstsüchtigen. Der Chor der Verdammten, der im Feuersturm untergeht, lässt alle erschreckt zurück. Die Parabel Endes über den Egoismus bewegt.

"Die Spielverderber" auf Burg Bischofstein

Probenwochenende der Theater AG

"Die Spielverderber oder Das Erbe der Narren" von Michael Ende zeigt die Theater AG im März.

Im Mittelpunkt steht das Testament eines geheimnisvollen Unbekannten. Zehn Erben unterschiedlicher Herkunft, Bildung und moralischer Gesinnung sind auf sein Schloss geladen. Das Erbe ist jedoch an eine Bedingung geknüpft, welche die geheimen, unheimlichen Seiten der Personen zu Tage treten lässt und ein Gespinst von Intrigen, Egoismus und Gewalt auslöst. Erschreckend wirkt das geheimnisvolle Haus in dieses Geschehen hinein.

Von Samstag (15.2.) bis Montag (17.2) war Burg Bischofstein passende Kulisse der Proben für das neue Stück der Theater AG: Kostüme wurden anprobiert, Frisuren ausprobiert und die passende Maske gesucht. Das Technikteam rahmte wertvolle Gemälde für die Innenausstattung, knobelte an den zahlreichen Soundeffekten und schoss Portraits der kostümierten und geschminkten Schauspieler. Beim Abendessen am Sonntag erprobten sich die Schauspieler als Spielverderber, um nach dem Abendessen zum ersten Mal das Stück zusammenhängend zu spielen.

Die Zuschauer können sich auf etwas Besonderes freuen.

Aufführungen:

Mittwoch 26. März, Freitag 28. März und Samstag 29. März jeweils um 19:30 Uhr in der Aula des Fichte-Gymnasiums

Kartenvorverkauf in der Schule:

ab dem 12.3. jeweils in der ersten großen Pause (9:30 – 9:50) in Eingang 3 vor der Mensa