Hauptsache Ernst!

Nach dem ersten großen Erfolg, der mit "Die Mausefalle" von Agatha Christie gefeiert worden war, hat die Theater-AG am 13.2.08 nun das nächste Stück "Hauptsache Ernst!" erfolgreich und in einer ganz besonderen Version inszeniert. "Hauptsache Ernst!" oder "Bunbury" ist eine der erfolgreichsten Komödien von Oscar Wilde, spielt Ende des 19. Jahrhunderts und ist von Beginn an voll von Wortwitz und Beziehungschaos – kein Wunder, dreht sich doch alles um den Namen Ernst mit all seinen Bedeutungen.

Die beiden Hauptcharaktere, John Worthing (Ole van Doorn) und Algernon Moncrieff (Matthias Ritters), führen ein Doppelleben, um ihrem Umfeld für einige Zeit entkommen zu können. John gibt vor, einen Bruder Ernst in London zu haben, in dessen Rolle er dort schlüpft, um in der Stadt sein zu können, wogegen Algernon sagt, er hätte einen Freund namens Bunbury, der krank ist und ständig von ihm auf dem Land besucht werden muss. Als Ernst nach London kommt, um Algernons Cousine Gwendolen (Vera Weidenbach) einen Heiratsantrag zu machen, kommt ihnen dabei deren Mutter Lady Bracknell (Tamara Oliver), die hier die Oberschicht mit all ihren althergebrachten Vorstellungen verkörpert, in die Quere, als sie Algernon zusammen mit ihrem Ehemann (Gerrit Köppl) und dessen Bediensteten Niles (Manuel Janke) besucht. Denn Johns Herkunft ist überhaupt nicht standesgemäß, und seine wahre Identität wird sich bei einer Heirat auch nicht mehr verstecken lassen. Und als Algernon sich dann noch als Johns Bruder Ernst ausgibt, um Cecily (Lisa Kasiske), die ebenfalls auf dem Lande lebt, kennenzulernen, ist das Chaos perfekt. Denn diese lebt als Johns Mündel in der Obhut von Miss Prism (Andrea Katzorke) und unter religiöser Anleitung von Pastor Chasuble (Christian Katzorke) in Johns Landhaus und ist selbst Erbin einer reichen Familie. Immer begleitet wird das Geschehen dabei von Algernons Dienstmagd Gloria Lane (Melanie Kasdorf) und Johns Butler Merriman (Kjell Peschel)

Die Aufführung konnte das Publikum vollauf begeistern und wirkte fast noch professioneller als beim letzten Mal. Das lag in erster Linie an den hervorragenden Darstellern und dem stimmigen Gesamteindruck, aber auch an der engagierten Leitung von Frau Wölke und Herrn Wigbels sowie der tatkräftigen Unterstützung durch die anderen Mitglieder der Theater-AG bei Bühnenbau, Technik und Maske. Dazu gehören Rebekka Epping sowie Alexandra Smits (Maske), die auch beim Bühnenbau mitgearbeitet haben, Manuel Janke, Tobias Nelsen und Kjell Peschel (Bühnenbau & Technik) und Malena J. Turon und ebenfalls Alexandra Smits als Souffleusen.

(F. Brüggen und C. Schulz)

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