Burg Bischofstein soll bald für alle offen sein

Gut besucht war die Sonnenterrasse der Burg beim Tag der offenen Tür, sie machte ihrem Namen alle Ehre.

Münstermaifeld - In einer beispielhaften und sehr aufwändigen Aktion ist es den Burgherrn vom Förderverein Burg Bischofstein gelungen, das vom Holzbock befallene Gebäude durch thermische Behandlung zu sanieren.

Die erfreulichste Nachricht des Tages verkündete Ralph Schulz, der Vorsitzende des Fördervereins Fichte-Gymnasium Krefeld: "Der Holzbock ist verkocht."

Die meisten der Besucher wollten sich jetzt vom Zustand der historischen Anlage überzeugen. So auch Hans-Jürgen Leonardt aus Nickenich, der zusammen mit seiner Frau den Aufenthalt genoss: "Das muss doch für Schüler eine schöne Sache sein, hier die Unterrichtszeit zu verbringen", meinte er.

Viel öffentliches Geld ist in die Sanierung geflossen ist. Damit sind auch Erwartungen verbunden. Diese hatten die Vorstandsmitglieder des hiesigen Fördervereins zur Erhaltung der Burg Bischofstein formuliert: Die Ortsbürgermeister Richard Uhrmacher aus Burgen, Albrecht Gietzen aus Hatzenport und Robert Müller aus Münstermaifeld wollten nach Abschluss der Sanierung mit den Burgherren über Art und Umfang der Öffnung der Burg für Besucher sprechen. Beim Zusammentreffen am Sonntag zeigte es sich, dass die Krefelder bereits ein Konzept entwickelt haben, wie der Betrieb des Schullandheims und der Besuch von Gästen und Touristen koordiniert werden können.

In einem ersten Schritt möchten sie den Zugang zum Bergfried so anlegen, dass beide Nutzungen gleichzeitig möglich sind. Die dafür notwendige Ausstattung mit Gittern liegt schon bereit. Um den gefahrlosen Aufstieg auf die Turmplattform zu ermöglichen, soll die jetzt vorhandene Abdeckung mit einer schweren metallenen Klappe durch einen überdachten Ausgang ersetzt werden. Diese Arbeiten könnten bis August/September abgeschlossen sein, hieß es. Der zweite Teilschritt betrifft die Öffnung der Sonnenterrasse in Richtung Moselkern. Hier hält es Bauleiter Andreas Schlösser für erforderlich, das Trockenmauerwerk der Umfassungsmauer durch eine massive Bruchsteinmauer zu ersetzen und mit einem Schutzgitter zu erhöhen. Bei diesem Projekt müsse auch die Denkmalpflege beteiligt werden, so Schlösser. Vorteilhaft ist, dass die Terrasse bereits zwei direkte Anbindungen an einen Fußweg besitzt und deshalb das Burgareal bei dem Aufenthalt nicht betreten werden muss. Dennoch rechnet der Bauleiter mit Kosten von rund 25 000 Euro.

In einem dritten Schritt könnte die Burg den Touristen - unabhängig vom Schullandbetrieb - ein gastronomisches Angebot machen. Der Andrang auf der Sonnenterrasse am Sonntagnachmittag zeigte, wie groß die Nachfrage nach Kaffee, Kuchen und einfachen Gerichten sein kann.

Hans-Joachim Wigbels ist für die Belegung des Schullandheims zuständig. Er hatte gestern wie auch der Verwalter Bernd Smits mit den Führungen alle Hände voll zu tun. Wie Wigbels erklärte, ist das Schullandheim sogar im Winter belegt. Gewöhnlich halten sich die Schüler für eine Woche auf der Burg auf. Als Regel gilt, dass jeder Schüler des Gymnasiums während seiner Schulzeit dreimal auf der Burg gewesen sein soll.

Besonders die Ehemaligen lassen "ihre" Burg nicht im Stich. Sie kommen zwei- bis dreimal im Jahr zu einem Arbeitswochenende an die Mosel, um hier richtig anzupacken. Einmal im Jahr fahren die Krefelder sogar mit dem Fahrrad an einem Tag 190 Kilometer bis an die Mosel. Inzwischen wird das Schullandheim auch von Firmen genutzt, die ihre Mitarbeiter zu Seminaren dorthin schicken. Im Übrigen gilt das Übernachtungsangebot auch für heimische Schulen. Der Tag der offenen Tür führte zu problematischen Verkehrsverhältnissen auf der Bundesstraße 416, weil Gäste ihr Fahrzeug teilweise auf dem Fahrradweg abstellen mussten. Andere wählten die Fußwege von Lasserg oder über den sogenannten Milchweg zum Burgareal.

Heinz Israel, www.rhein-zeitung.de, 10.03.14