Kulturfestival: Unsichtbares

Die Gesamtschule Kaiserplatz, das Fichte-Gymnasium und die Realschule Oppum nehmen seit zwei Jahren am Programm "Kulturagenten für kreative Schulen" teil und haben in dieser Zeit eine ganze Reihe von Aktionen und Workshops mit Künstlerinnen und Künstlern geplant und durchgeführt. Insgesamt 23 Projekte, zwei Großprojekte und zahlreiche Einzelaktionen wurden durch das Modellprogramm finanziell ermöglicht und durch die personelle Unterstützung der Kulturagentin Birgitta Heller betreut.

Professionelle Künstler aller Genres arbeiten in enger Kooperation mit den Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht und in Ganztags-Arbeitsgemeinschaften. Die Tänzerin Sabine Kreuer schuf mit mehreren Gruppen intensive Choreographien, in denen die Schüler lernen, ihren Körper zum Ausdruck ihrer Gedanken und Gefühle zu nutzen. Yari Banas hat mit einer 10. Klasse der Gesamtschule Kaiserplatz herausragende großformatige Bilder geschaffen. Und  gerade hat die Realschule Oppum die erste Projektphase zum  Bau einer neuen Arena im Schulhof abgeschlossen. Daran beteiligt waren die Künstlerin Nicole Peters und der Landschaftsbauer Ralf Dammasch.

In diesem Schuljahr haben die Jugendlichen ein großes Repertoire an performativen und künstlerischen Ergebnissen zusammengetragen. Die Bilder, Szenen, Skulpturen, Choreographien und Musikstücke sollen nun vom 14.7. bis 17.7.13 im Rahmen eines großen Kulturfestivals rund um die Burg Linn gezeigt werden. Auf drei Spielflächen zeigen die Darsteller und Musiker, wie stark der künstlerische Rat der Profis das eigene kreative Schaffen prägt und wie viel die Jugendlichen aus der Arbeit mit den Künstlern lernen können.

Am 14.7.13 startet die Theatergruppe des Fichte-Gymnasiums mit der Goldoni-Komödie "Viel Lärm in Chiozza" im Innenhof der Burg Linn. Wie für die Aufführung im Burghof geschrieben, erzählt das kurzweilige Stück von Streit und Versöhnung, von Missverständnissen und Nickeligkeiten, von Eifersucht und Liebe. Mit hinreißender Spielfreude hat sich das junge Team den klassischen Stoff zu eigen gemacht und unter der Leitung von Hans-Joachim Wigbels und Simone Wölke und der Mithilfe von Hannah Schmillenkamp eine erstaunliche schauspielerische Leistung auf die Bühne gebracht. Die Aufführung beginnt um 20.00 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird die Vorstellung auf den 15.7.13 verschoben. Eine weitere Vorstellung ist am 16.7.13 angesetzt. Auch hier gibt es bei Regenwetter einen Ersatztermin am 17.7.13

Die Karten gibt es zum Preis von EUR 7,00 in der Tourist-Information im Schwanenmarkt City-Center.

Am 16.7.13, ab 18.00 Uhr, werden ca. 300 Schülerinnen und Schüler ein vierstündiges Programm präsentieren. Tanz, Theater, Zaubershow, Skulpturen, Fotos, Malerei und Musik sind zu sehen und zu hören. Alle Aufführungen und Kunstwerke haben sich mit dem Begriff "Unsichtbares" auseinandergesetzt und so bildet dieses Thema den Rahmen des Abends. Das wunderbare Ambiente der Vorburg  ist ein würdiger Ort für die jungen Künstler und ihre professionellen Kollegen. Bei schlechtem Wetter gibt es auch hier einen Ersatztermin am 17.7.13. Der Eintritt ist frei – für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Die Ergebnisschau der Krefelder Schüler ist für interessierte Pädagogen und Eltern zudem ein repräsentatives Angebot sich über das aktuelle Trendthema "Kultur und Bildung" zu informieren. Das Modellprogramm "Kulturagenten für kreative Schulen" gilt als Pilotprojekt für weitere im Schulbereich geplanten Entwicklungen.

So war "Unsichtbares"

Es war ein wunderbarer Sommertag für ein Schulfest. Die Sonne strahlte, der Essensstand verkaufte Eis, die Kunst tauchte den Vorplatz der Burg Linn in bunte Farben und laute Trommeln vibrierten über die Wiese. Die Stimmung war entspannt.

Weit über 1.000 Schüler des Fichte-Gymnasiums, der Realschule Oppum und der Gesamtschule Kaiserplatz tummelten sich für vier Stunden zu einem sehr abwechslungsreichen Kulturprogramm vor der Burg in Linn. Gezeigt wurden Ergebnisse des vergangenen Schuljahres, aus der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Künstlern, ergänzt durch eigene Angebote aus dem Unterricht und aus unseren AGs. Die Vorbereitungen waren schweißtreibend und langwierig und manch einer zitterte vor Lampenfieber, ob sein Tanz nun richtig sitzt oder seine Kunst die angemessene Anerkennung finden würde.

Mich haben zwei Dinge besonders beeindruckt. Zum einen die große Vielfalt, sich dem Thema "Unsichtbares" zu nähern, zwischen Keramikarbeiten, Theater in seiner Perfektion, Musik, Bands, Tanz, Gesang, Trommeln, Mikroskopie, englischen Führungen mit verbundenen Augen, bedruckten Fahnen, Glasmalerei, gewebten Bildern, Fotografie, Pappmascheeskulpturen, Malerei, Innenarchitektur, Collagen, Zauberei und chemischen Experimenten. Zum anderen hat mich der Umgang der Schüler mit den Künstlern bewegt. Sichtbar wurde hier ein ganz anderer Umgang mit Lernen. Ich sah "meine" Schüler, die ich aus dem Unterricht kannte, ganz neu. Sie waren vertraut mit künstlerischen Techniken, strotzten vor Selbstbewusstsein im szenischen Spiel oder im türkischen Tanz. Sie ordneten sich den Profis unter und versuchten mit großer Hingabe, ihre Anweisungen umzusetzen. Das setzt den klassischen Unterricht nicht herab, aber es stärkt fürs Leben und es war einfach berührend, den Glanz in den Augen zu sehen.

Mein besonderer Dank gilt hierbei Frau Viola, die uns unterstützt hat, all die Künstler aus den Ganztagsangeboten unter einen Hut zu bekommen. Weiterhin Frau Heller, die unser Schulprofil mit ihrer Kulturarbeit seit zwei Jahren prägt, der Schulleitung, die all die komplizierten Auflagen der Stadt auch auf den letzten Drücker noch umsetzte und natürlich all den Kollegen, die dieses Fest mit ihrer Hingabe möglich machten und trotz all der Kulturprofis von außen immer noch das Herz der Schule sind und bleiben werden. Und natürlich ein dickes fettes Lob an all unsere Schüler, die sich getraut haben, ein Teil von sich vorzustellen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihr seid super!

Saskia Welter