OStD' W. Fröchte
StR' M. Maur
StD W. Hüskes

Und plötzlich muss man Abschied nehmen...

So kommt es einen zumindest vor, denn der Abschied war schon seit längerer Zeit vorbereitet worden. Am 31.01.12 wurden Frau Maur und Herrn Hüskes, die über drei Jahrzehnte das Fichte-Gymnasium mitgeprägt haben, von unserer Schulleiterin im Rahmen einer kleinen Feier in unserer Aula verabschiedet.

Frau Maur kam 1977 an eine mathematisch-naturwissenschaftliche ausgerichtete Jungenschule mit Deutsch und Geschichte. Sie war eine geschätzte Klassenlehrerin und eine Kursleiterin vieler Leistungskurse in Deutsch und Geschichte, deren Schülerinnen und Schüler sie sicher zum Abitur geführt hat. Für die Oberstufe war sie ein geschätzter Dialogpartner, für die Jüngeren eine Spielpartnerin im besonderen Sinne: Die Freude am darstellenden Spiel im Unterricht, an Sketchen, Schatten- und Puppenspielen an Elternabenden und Schulfesten bis hin zum Theaterspiel auf großer Bühne – all dies hat sie im Fichte-Gymnasium vor vielen Jahren heimisch gemacht.

Nun ist das darstellende Spiel nicht nur an unserer Schule wieder "in", sondern auch die Befragung von Zeitzeugen – eine Möglichkeit, Geschichte erfahrbar zu machen, Lebenswelt in die Mauern der Schule zu holen.

Besonders hervorzuheben ist ihr segensreiches Wirken für unsere Aussiedlerkinder. Ihr langjähriger Einsatz hat zum Erfolg des sog. Krefelder Modells entscheidend beigetragen, zum Ankommen und Heimischwerden so vieler polnischer, russischer und ukrainischer Kinder in unserer Sprache und unserer Kultur.

Herr Hüskes ist ein Fichte-Urgestein, denn sein ganzes Leben wurde vom Fichte-Gymnasium geprägt. Er war Schüler der Anstalt und legte 1966 sein Abitur an unserer Schule ab. Die Bundeswehr konnte ihn trotz einer erfolgreichen Offizierslaufbahn nicht aufhalten, denn er wollte Lehrer werden und erteilte schon während des Studiums Englisch-Unterricht am Fichte-Gymnasium, an das er 1979 endgültig zurückkehrte. Als Lehrer wurde er stets akzeptiert und respektiert, geachtet, geliebt und als Vorbild genommen. Alle Schülerinnen und Schüler, die schwachen wie die starken, hatten am Ende seiner Stunden die Gewissheit, etwas gelernt zu haben, und oft auch den Eindruck, dass der anspruchsvolle und fordernde Unterricht auch noch Spaß gemacht hatte.

Dass der Ehemaligenverein unter seinem Vorsitz von Jahr zu Jahr wächst, und in seinem 25. Jahr über 800 Mitglieder hat, die vielfältige Aufgaben für die Schule und Burg Bischofstein übernehmen, ist nicht nur die Folge seiner unermüdlichen Arbeit und Werbung für den Verein, sondern ist ein Zeichen dafür, welche besondere Bedeutung er für die Schülerinnen und Schüler im Laufe seines Lehrerlebens erworben hat.

Herr Hüskes hat sich aktiv dafür eingesetzt, dass Spanisch als Fremdsprache an unserer Schule eingeführt wurde und dazu legte er ein zweijähriges Anschlussstudium ab.

Seit mehr als dreißig Jahren betreut er unsere Eishockey AG und er hat kürzlich hoch motivierte Schülerinnen und Schüler gefunden für einen Schulsanitätsdienst, der nun an unserer Schule wirkt.

Erwähnenswert ist auch der jahrzehntelange Einsatz im Rahmen des German-American Partnership Program, wobei Herr Hüskes die Kontakte zur Palisades High School in Kintnersville, Pennsylvania, pflegte.