Win-Win-Situation für Fichte-Schüler in Göttingen

Am 5. und 6. Juni 2012 fand an der PFH Göttingen das Planspiel "U-b-a-s" statt. Bei diesem Planspiel geht es darum, ein Unternehmen zu führen. Alle wichtigen Aspekte werden dabei realitätsnah eingeschlossen: Werbung, Produktion, Konjunktur, die Stimmung am Markt im In-und Ausland und sogar der harte Wettbewerb. Ziel ist es, sein eigenes Unternehmen möglichst profitabel und langlebig zu gestalten und gleichzeitig die Konkurrenz abzuschütteln.

Von Anfang an interessierten wir uns für diese vielversprechende Simulation. Wir, das sind Dimos Rakanidis, Mateusz Kowalski und Wladislaw Peljuchno, drei ehemalige Schüler des Fichte-Gymnasiums in Krefeld. Wir bewarben uns frühzeitig und hatten das Glück, zu den 15 ausgewählten Schülern Deutschlands zu gehören, die in drei Gruppen  gegeneinander antraten. Ausgewählt wurden unter anderem Besucher von Wirtschaftsgymnasien.

Da das Planspiel am 5. Juni relativ früh am morgen begann, machten wir uns einen Tag vorher auf den Weg und übernachteten eine Nacht in unserem Planspielhotel. Die Idee: Ausgeschlafen und fit am Planspiel teilzunehmen, was uns in der kleinen Studentenstadt leider nicht gelang, sich aber trotzdem lohnte. Nichtsdestotrotz haben wir uns im Auto bereits Gedanken über unser zukünftiges Unternehmen und unsere Entwicklungspolitik gemacht:

a) Wir produzieren in großen Mengen, mit sehr geringer Qualität und verdienen an der Quantität (China-Strategie)

oder

b) Wir produzieren in geringen Mengen, mit sehr hoher Qualität, und verdienen an hohen Preisen (Apple-Strategie).

Wir entschieden uns für Strategie a), denn mit dieser Strategie könnten wir direkt zu Anfang des Spiels auf den Markt strömen, Anteile für uns gewinnen und sehr gut verdienen. "Bis die anderen ihre Qualität entwickelt und erforscht haben, sind wir schon reich!", dachten wir uns auf dem Hinweg. Wir waren uns sicher, dass wir das Planspiel schon gewonnen hätten.

Zu Anfang des Planspiels wurden die 15 Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt – leider wurden auch wir drei verschiedenen Gruppen zugeordnet. Nun kam der spannende Teil, denn der Rest des Planspiels wurde geprägt durch Psychospielchen und Spionageversuche. "Wenn ich ihn davon überzeuge, dass ich b) mache, denkt er, ich würde a) machen, und dann machen wir trotzdem b). Wenn er das merkt und gegenlenkt, dann wechseln wir auf a), und er denkt b) sei a) und a) sei b) und und und...". Wir wurden gegeneinander ausgespielt. Aus drei Freunden wurden Konkurrenten. Aus drei Fichte-Schülern wurde Apple, Microsoft und Google.  Immer wieder wurde an der Tür gelauscht, mit dem dritten Konkurrenten ein Preiskartell organisiert und Marktforschung betrieben – alles wie im realen Leben. Zusätzlich haben wir mit Hilfe der Spielleitung realitätsnah das ganze Umfeld eines Unternehmens kennengelernt:  fordernder Aktionär, unzufriedene Gewerkschaften und Arbeiter, umweltbewusste Regierung, skeptische Unternehmensprüfer und sogar der Zulieferer, der im Voraus die Bestellung entgegennimmt, wurden stets simuliert.

Der ganze Wettbewerb war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, geprägt durch verschiedene strategische Entscheidungen. Jede Entscheidung musste durchgerechnet, geplant und mit guten Gründen gestützt werden (oder eben auch nicht, häufig fanden auch intuitive Entscheidungen Anwendung und brachten teilweise sogar mehr Profit, als geplante Aktionen).

Im Endeffekt hat sich dann auch eine Gruppe von uns durchgesetzt und die meisten Marktanteile an sich gerissen – durch die Spielleitung wurde die Situation jedoch als ein Unentschieden gewertet, denn alle drei Unternehmen haben überdurchschnittlich gut gewirtschaftet. Somit haben wir alle drei gewonnen. Alle drei Gruppen und damit auch alle drei Fichte-Schüler.

Gewonnen haben wir drei einerseits an Erfahrung. Wir haben einen Einblick in das Management eines Unternehmens erlangt und das ganze Umfeld kennengelernt. Besonders, da wir nach unserem Abitur in diese Richtung gehen, hat sich die Erfahrung sehr gelohnt und wird mit Sicherheit Anwendung finden im kommenden BWL-, VWL- oder Wirtschafsstudium. Gewonnen haben wir aber auch an interessanten Kontakten und Gesprächen, welche in den Pausen oder nach dem Planspiel geknüpft bzw. geführt wurden. Gewonnen haben wir eine wilde Zeit in einer Studentenstadt mit lebendiger Uni-Atmosphäre. Gewonnen haben wir viel Spaß in einem angenehmen Hotel mit Pool und Sauna.  Und natürlich gab es für die Gewinner jeweils einen iPod und ein Teilnehmerzertifikat.

Wie es im realen Leben leider so selten kommt, war das Planspiel "U-b-a-s" eine wahre Win-Win-Situation und ist für jeden, der sich auch nur ansatzweise für die Wirtschaft interessiert, zu empfehlen.

Wladislaw Peljuchno

Link: Offizieller Artikel der PFH Göttingen