12km Düsseldorf: Erlebte Stadtgeographie

Am 2. Juli 2012 legte der von Herrn Schüller geleitete Erdkunde-Leistungskurs der Stufe Q1/12 im Rahmen einer ganztägigen Exkursion in der Düsseldorfer Innenstadt in fünf Stunden rekordverdächtige 12 km zu Fuß zurück. Bei normaler Wandergeschwindigkeit im offenen Gelände schafft man zwar die doppelte Strecke, jedoch hält man bei einer Exkursion öfter mal inne, um z.B. vor Ort Referate zu halten oder Fotos zu machen. Nach drei Stunden gab es eine 90-minütige Mittagspause, die dazu diente, neue Kräfte zu sammeln, um den Rest der Exkursion gut zu überstehen.

Was besichtigt man eigentlich bei einer solchen Exkursion? Auf jeden Fall keine Geschäfte, denn eine Exkursion ist keine Shopping-Tour. Die Exkursion beschäftigte sich mit stadtgeographischen Aspekten, wobei die funktionale Differenzierung, die Citykennzeichen, Cityabgrenzungsmethoden, Sanierungsmaßnahmen und Umstrukturierungsprojekte im Vordergrund standen.

Typische Umstrukturierungsprojekte hat die Gruppe im Bereich des Handelszentrums Moskauer Straße, am Bertha-von Suttner-Platz, im Bereich des Carsch-Hauses und im Medienhafen kennengelernt. Im Info-Pavillon zum Kö-Bogen und zur Wehrhahnlinie informierte sich die Gruppe in zwei multimedial gestalteten Ausstellungen über weitere Projekte, die zur Zeit realisiert werden und die das Stadtbild positiv verändern werden, u.a. auch deswegen, da der sogenannte "Tausendfüßler" am Jan-Wellem-Platz nun abgerissen werden kann.

Auch positiv verändert hat Düsseldorf sich durch die Errichtung des Rheinufertunnels, der das Rheinufer zu einer Erholungszone ohne störenden Autoverkehr gemacht hat.

Bei der Durchwanderung der Altstadt und der angrenzenden Carlstadt konnten die historisch gewachsenen Stadtteilbereiche gut ausgemacht werden.

Dass die wirtschaftliche Situation eines Landes Auswirkungen auf die Gestaltung von innerstädtischen Einkaufszentren haben kann, konnte Gruppe eindrucksvoll in der "Sevens Mall" und in der "Kö-Galerie" erleben. Die meisten Geschäfte zur Deckung des gehobenen Bedarfs, die typisch für diese Zentren waren, gibt es seit 2011 nicht mehr; die elegante Atmosphäre in den Malls ist verschwunden, alle Rolltreppen wurden ersetzt, an anderen Stellen montiert und sind nun recht schlicht gestaltet. Der tiefgehende architektonische Eingriff bei "Sevens" erfolgte nur elf Jahre nach der Eröffnung. Und dabei wurde "Sevens" 2001 bei einer Veranstaltung der Organisation MIPIM (Le marché international des professionnels de l'immobilier) in Cannes als bestens Einkaufszentrum des Jahres 2001 ausgezeichnet.