Geld gewinnen und verlieren

Börsenerfahrung bei einem Planspiel

Was ist das Planspiel?

Das "Planspiel Börse" ist ein jährlich organisierter Wettbewerb, abgehalten von den Sparkassen der Europäischen Union. Dabei geht es darum, von Oktober bis Dezember aus einem virtuellen Kapital von 50.000 EUR an einer Börse mit Echtzeitaktienkursen von bis zu 150 Unternehmen einen größtmöglichen Betrag zu erwirtschaften. Es wird kein sonderlich großes Vorwissen benötigt, da das "Planspiel Börse" auf dem Prinzip "Learning by doing" beruht. In Gruppen bis zu acht Leuten können Schüler, Studenten und Auszubildende bei Interesse teilnehmen und mit anderen Gruppen aus ihrer Kategorie konkurrieren. Die Kategorien unterscheidet lediglich der Risikograd der auswählbaren Wertpapiere.

Wie sind wir auf das Planspiel aufmerksam geworden?

In den Nachrichten hört man tagtäglich vieles über Unternehmen im Zusammenhang mit "Wirtschaft", "Börse" und "Geld", doch in der Schule werden andere Schwerpunkte gesetzt. Aus diesem Grund haben wir im Rahmen einer von uns ins Leben gerufenen Aktion die "Wirtschafts-AG" gegründet. Auf der Suche nach einem Lehrer, der uns Fragen beantwortet und uns tatkräftig unterstützt, kam uns direkt unser stellvertretender Direktor, Herr Dr. Kutz, in den Sinn. Dieser erklärte sich dazu bereit, die Aufgabe zu übernehmen, so dass aus einer Idee bald Wirklichkeit wurde.

Um den Lernprozess in der Gruppe zu fördern, wollten wir schließlich an einem Planspiel teilnehmen, und letztlich stießen wir nach einigen Recherchen unter anderem auf das Planspiel der Sparkasse Krefeld.

Teilnehmer der Wirtschafts-AG

Organisation

Organisiert haben wir uns in einer Gruppe von fünf Personen. Wir haben versucht, die Nachrichten aktiv zu verfolgen, Unternehmen zu analysieren und ein Verständnis für die Zusammenhänge der Wirtschafts- und Finanzwelt zu erlangen. Anfangs stimmten wir über jede Order demokratisch ab, nachdem eine Vielzahl von Argumenten dafür oder dagegen gefunden wurde. Als wir jedoch merkten, wie dynamisch der Markt sein kann, entschlossen wir uns, jeweils abwechselnd eine Person der Gruppe für eine Woche zu bevollmächtigen, alles zu tun, was sie für richtig hält. Die restliche Gruppe hatte in dieser Zeit nur eine beratende Funktion. Ab diesem Zeitpunkt ging es in unserem Depot bergauf, was durch mehrere Faktoren, wie zum Beispiel die günstige Konjunktur, zunehmendes Verständnis der Zusammenhänge und eine gute Organisation angetrieben wurde. Zu unseren besten Wertpapieren zählten solche wie die BASF, Porsche, Lufthansa, BMW, VW und viele andere. Zum Ende des Planspiels erreichten wir eine Performance von ca. 20%, was wir als ersten Schritt auf dem glatten Börsenparkett als äußerst positive Leistung empfinden.

Ziel und Erfahrungen

Neben dem Ziel des Spiels, den größten Wertzuwachs im Depot zu erzielen, haben wir uns selbstverständlich auch persönliche Ziele gesetzt.

Primär wollten wir mit dem Planspiel einen Einblick in die Welt der  Investoren bekommen; wir wollten genauer wissen, wie die Wirtschaft funktioniert, welche Auswirkungen Politik, Unternehmensentscheidungen oder sonstige Faktoren auf die Kurse haben. Unsere persönlichen Ziele bestanden darin, unser Verständnis für die wirtschaftlichen Prozesse und  Entwicklungen  zu verbessern. Was uns das Planspiel dann tatsächlich gebracht hat, war mehr als nur Verständnis.

In den drei Monaten und natürlich auch über diese hinaus haben wir unsere Horizonte öffnen und erweitern können, und zwar für alles, was tagtäglich in der Welt passiert. Denn  um einen Wertzuwachs unseres Depots zu erzielen, mussten wir stets bestens informiert sein. Um Entscheidungen über mögliche Zukäufe oder auch Verkäufe treffen zu können, war es daher relevant, immer die aktuellsten Nachrichten zu verfolgen. So bekamen wir viel von den Ereignissen in der Welt mit, erfuhren von Übernahmen und Zukunftsplänen großer Unternehmen, lernten ihre Geschäftsstrukturen, ihre Unternehmenspolitik und ihre Konkurrenten, aber auch politische und juristische Seiten kennen. Wir erlebten somit quasi am eigenen Leibe wie vielseitig der Lernerfolg war.

Zweifellos hat jedoch auch jeder Einzelne von uns seine persönlichen Erfahrungen gemacht und bestimmte Aspekte in den Vordergrund gestellt:

Oanh Nguyen: "Das Planspiel Börse gab mir die Möglichkeit, endlich auch den privaten Einstieg in die Börsenwelt zu wagen. Ich habe mir im Zuge der Informations- und Selektionsphase die geeigneten Aktien, die Lufthansa, näher angeschaut und mich intensiver mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Neben der Tatsache, dass diese Aktie später unser Depot unterstützte, war diese auch für mich persönlich sehr bereichernd, da ich in dieser Zeit meine Leidenschaft fürs Fliegen und für Flugzeuge entdeckt habe, und so meinen Berufswunsch nach dem Abitur formulieren konnte."

Dennis Peljuchno: "Das Planspiel Börse ermöglichte es mir, die Welt der Börse von innen kennen zu lernen. Vor dem Planspiel hatte ich keine eindeutige Vorstellung von den Ereignissen, die täglich an der Börse ablaufen. Das änderte sich im Laufe der Spielzeit, und mir wurde klar, wie die Börse tatsächlich funktioniert. Es hat mir viel Spaß bereitet, und ich denke, dass wir beim nächsten Mal wieder mitmachen werden."

Wladislaw Peljuchno: "Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich das Planspiel Börse auf mehreren Ebenen als prägend wahrgenommen habe. Einerseits, ganz klar, ermöglichte es mir den Eintritt in die Börsenwelt, mit welcher ich mich im Nachhinein näher befasst habe. Andererseits jedoch, was ich viel wichtiger finde, öffnete es mir die Augen. Wenn man an der Börse erfolgreich sein will, muss man Informationen aus der ganzen Welt beziehen und verarbeiten. Sobald man dies lernt und sein regionales Denken aufgibt, steigen die Fortschritte in allen Lebensbereichen zugleich."

Maximilian Tappert: "Das Planspiel hat mir einen Überblick über die Vielfalt der Börse verschafft und mir die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten vor Augen geführt. Außerdem habe ich die verschiedenen Börsenphasen mitbekommen, also wann welche Aktien steigen, warum dies passiert, und dass die meisten Aktien branchenübergreifend steigen."

Samuel Viola: "Das Planspiel half mir, das Geschehen an der Börse zu verstehen und den Begriff 'Börse' zu konkretisieren. Es hat Spaß gemacht und wir haben vieles gelernt, weswegen wir beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder teilnehmen wollen."

Wladislaw Peljuchno