Fichte: Eine Wohnung für Lehrer

Lehrerzimmer Fichte-Gymnasium: 1. den Lehrern stehen Laptops und ein Zugang zum Internet zur Verfügung, 2. bevorzugter Arbeitsplatz für die Tandemkorrekturen, 3. verschließbare Spinte, 4. Kopierer, 5. Flur, der zu zwei weiteren Arbeitsräumen führt. Foto: RPO

Krefeld (RPO). Unsere Zeitung stellt in einer Serie das Allerheiligste von Schulen vor – die Lehrerzimmer. Heute geht es ins Fichte-Gymnasium.In der renovierten alten Hausmeisterwohnung stehen den Lehrern drei Arbeitsräume zur Verfügung.

Absolute Stille – eine Situation, die die Lehrerin des Fichte Gymnasiums, Simone Wölke, auf dem Pausenhof nicht erwarten kann. Doch in der alten Hausmeisterwohnung im Nebengebäude findet sie die Ruhe, die sie zur Korrektur ihrer Mathematikarbeiten benötigt. Mit der Einführung des gebundenen Ganztags an der städtischen Schule im vergangenen Jahr mussten nicht nur ein Pausenprogramm mit Bewegungs- oder Gesangsangeboten und eine Mensa für die 660 Schüler eingerichtet werden. Da auch die Präsenz der Lehrkräfte stieg, wurde, um ihnen eine sinnvolle Nutzung der Lücken ihres Stundenplanes zu ermöglichen, eine leerstehende Wohnung renoviert. Dort können sie sich nun ihren Arbeitsplatz in drei verschiedenen Räumen suchen.

Zwar sind alle mit genügend Licht, mehreren Laptops, Internetzugang und verschließbaren Spinten ausgestattet, doch Vorlieben bildeten sich schnell heraus. Das kleinste der Zimmer zeigt zur Straßenseite. Ihm fehlen nicht nur ein Balkon, sondern auch viele Sonnenstunden. Daher wurde er der "kleine Ungeliebte". Zum Einsatz kommt er meist nur aus Platzgründen.

Ihm gegenüber liegen die beiden übrigen Räume, die mit ihren Balkonen zum Pausenhof zeigen und somit bei gutem Wetter auch das Arbeiten im Freien ermöglichen. Der kleinere von beiden hat es, dank eines Gruppentischs, zum "Lieblingsraum" bei vielen Kollegen geschafft. Denn dort können beispielsweise Vergleichsarbeiten direkt gemeinsam korrigiert werden. Probleme müssen nicht erst über vier Ecken besprochen werden. Simone Wölke ist überzeugt: "Durch die Veränderungen in der pädagogischen Welt hin zu Zentralabitur und Lernstandserhebung ist es wichtig, Kommunikationsräume wie diesen zu nutzen."

Ihr Kollege Karsten Verhoeven genießt besonders den uneingeschränkten Zugang zum Internet. Denn, wie an den meisten Schulen üblich, nutzt auch er den Online-Austausch von Aufgaben und Lösungen mit seinen Schülern. Der Lehrer Olaf Muti sieht einen weiteren Vorteil in der Flexibilität, die ihm die Räume bieten: "Möchte sich ein Elternteil nicht vormittags freinehmen, kann ich Gespräche auch auf den Abend legen. Zwischen Schulschluss und dem verabredeten Termin kann ich Klausuren korrigieren oder meinen Unterricht vorbereiten."

Wer sich nur eine kleine Erholung gönnen möchte, muss sich nicht erst in die renovierte Wohnung im Nebengebäude begeben. Ihm bietet ein Pausenraum im Schulgebäude die Möglichkeit, einen Kaffee zu genießen und zu plaudern, ohne die Arbeit eines Kollegen zu stören. So bleibt die "gute Atmosphäre", wie sie Muti beschreibt, gewahrt, und selbst die neue Lehrerin, Maria Krull, konnte schon bei Antritt ihrer Stelle eine "von Kooperation geprägte Zusammenarbeit" wahrnehmen.

Quelle: Friedericke Hechler, rp-online.de, 12.04.11