"O Mosella!" - Nicht: "Auld Lang Syne"

aus der Chronik 1979

Bei Verabschiedungen singt man in vielen Teilen der Welt das bekannte Lied "Auld Lang Syne": Nicht so am Fichte-Gymnasium! Der berühmte Fichte-Geist aktivierte sämtliche Synergie-Effekte aller Fachschaften und so entstand eine besondere Version des in gewissen Kreisen wohlbekannten Liedes "O Mosella!", das perfekt inszeniert in der Aula aufgeführt wurde. Wer wurde da wohl am 29.01.2010 verabschiedet? Richtig geraten, liebe Fichte-Fans: Wolfram Obholzer, der einige Fichte-Generationen mit diesem Lied bei Burgaufenthalten frühmorgens aus den Betten trieb.

Wolfram Obholzer begann vor genau 31 Jahren seine Tätigkeit am Fichte-Gymnasium: Der damalige Neuzugang war ein willkommener Retter in der Not, denn es gab einen personellen Engpass in den Fächern Biologie und Erdkunde.

Er war nicht nur ein Retter, sondern er entwickelte sich zum "Liebling der Kolleginnen", wie Frau OStD' W. Fröchte bei der offiziellen Verabschiedung betonte. Und er ist bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn ein Liebling der Kolleginnen geblieben, "nicht nur, weil er zu feiern weiß. Er war allen, nicht nur den Damen, immer ein verständiger und hilfreicher Kollege. Sein Wort bekam großes Gewicht. Er war Vertrauenslehrer, Mitglied des Lehrerrates und der Schulkonferenz.

Für alle drei Schulleiter war er als erstes und vor allem ein guter Pädagoge. Er besitzt eine natürliche Begabung zum Lehren und Erklären. Lange bevor die Didaktik Begriffe wie „Schüleraktivität“ und „Wirklichkeitsbezogenheit“ in den Mittelpunkt stellte, hatte er vorgelebt, wie man dies im Unterricht verwirklicht. Seine Begeisterung für Biologie und Geographie sprang auf die Schülerinnen und Schüler über; sein lockerer, lebendiger und interessanter Unterricht öffnete täglich die Schultür zur Welt da draußen und ließ frischen Wind herein. Nichts blieb bei ihm nur Buchwissen. Die Kinder erhielten die Möglichkeit zu staunen und zu entdecken. Die vielen Studienfahrten waren die Krönung einer solchen Pädagogik und werden den ehemaligen Schülerinnen und Schülern für immer in Erinnerung bleiben."

Frau Fröchte stellte in ihrer Rede auch seinen ausgezeichneten Einsatz für unser Schullandheim Burg Bischofstein heraus. Viele Jahre war er "Burgvogt" und in dieser Zeit wurden fast EUR 500.000 verbaut. Er hatte viel zu tun: "Prüfung von Kostenvoranschlägen, Verhandlungen mit Handwerkern, Statikern und Behörden, Überwachung und Abnahme der Arbeiten und noch viel mehr. Seine Kenntnisse als Ingenieur für Bauwesen, sein Organisationstalent und sein Verhandlungsgeschick machten dies alles möglich."

Herr Obholzer übernahm 1993 mit der Beförderung zum Studiendirektor auch die Aufgabe des Koordinators für die Sekundarstufe I und arbeitete recht kreativ und effektiv mit "seinem ver-apple-ten" Filemaker.

Und was bringt die Zukunft für ihn? Er "wandert nun aus" nach Bayern und wird dort manchmal junge Touristen im Rahmen von naturkundlichen Wanderungen für die Natur begeistern. Ein tolles Hobby für den Ruhestand! Möge der Fichte-Geist über ihm schweben!