Klassentreffen ohne Künstler Heinz Mack

Die ehemaligen Schüler drückten nach 60 Jahren noch einmal brav die Schulbank im Fichte-Gymnasium. (Foto: Dirk Jochmann)

Ehemalige Abiturienten der Schule sahen sich nach 60 Jahren wieder.

Krefeld (wz). Knapp 20 inzwischen ergraute, aber putzmuntere frühere Pennäler des Fichte-Gymnasiums aus dem Einschulungsjahrgang 1939 haben sich am Donnerstagnachmittag an alter Stätte an der Lindenstraße getroffen. Dort wurden die 79- und 80-Jährigen von Schulleiterin Waltraud Fröchte empfangen. Sie führte die ehemaligen Schüler in ein Klassenzimmer, wo sie dann wieder brav und artig die Bank drückten. Da wurden die Zeiten wieder lebendig, als die Ehemaligen vor 60 Jahren das Abitur ablegten.

Dass sich unter den älteren Semestern auch Professoren und Doktoren befinden, zeugt offenbar von der guten Bildung, die sie an der naturwissenschaftlich ausgerichteten Einrichtung genossen haben. Der wohl berühmteste Klassenkamerad fehlte, sandte aber den Organisatoren um Kurt Kähler und Hans Bissels die besten Grüße: Der weltweit bekannte Künstler Heinz Mack, berühmt geworden als Terzett mit den Kollegen Piene und Uecker, weilt zurzeit in seinem Atelier auf Ibiza.

Kurt Kähler erinnerte an die vom Zweiten Weltkrieg überschattete Schulzeit: „Wir haben die Fichte-Schule scherzhaft ,Edle Einfalt und stille Größe’ genannt. Der Unterricht fand teilweise in Wintermänteln statt. Aber wir haben hier gelernt, wie man wissenschaftlich arbeiten kann. Wir haben seit 1945 keinen Krieg mehr erleben müssen. Dafür sind wir alle dankbar.“ Auch Friedhelm Breuers ließ alte Zeiten Revue passieren: „Wir mussten alles mitschreiben, da kaum Bücher, geschweige Fotokopierer vorhanden waren, und dann zu Hause alles nacharbeiten. Das hat nicht geschadet. Auch gab es damals noch Schulspeisung: Kakaosuppe im Pott.“

Bevor Schulleiterin Fröchte den ehemaligen Schülern das Lernzentrum und Archiv zeigte, referierte sie kurz über die Ausbildung heute: „Die Oberstufe ist komplett mit dem Internet verbunden, Hausaufgaben werden ins Netz gestellt, Kreidetafeln sind inzwischen interaktiv tätig. Die Schüler müssen künftig lernen, sich selbst präsentieren zu können. Somit ist der Lehrer nicht nur Humanist, sondern auch Erzieher. Ab 2010 wird das ,Fichte’ Ganztagsschule.“

Der Ausklang fand im „Hexagon“ des Seidenweberhauses mit vielen Dönekes unter dem Motto „Weißt du noch...?“ statt.

Wilfried Tokarski, wz-newsline, 12.03.09