Weihnachten einmal anders

Mit Pfarrer Maaßen über moderne Kunst Weihnachten neu entdecken 

Als am letzten Tag vor den Weihnachtsferien die Schule offiziell bereits beendet war, haben sich 25 Schülerinnen und Schüler der Stufen 11, 12 und 13 mit Frau Waldschmidt, Herrn Pungs und Herrn Verhoeven zu einer alternativen Weihnachtsandacht in Pax Christi, Krefeld Oppum, getroffen. Die Schulleiterin, Frau Fröchte, hatte Pfarrer Maaßen, der bis vor einigen Jahren selbst am Fichte-Gymnasium katholische Religionslehre unterrichtet hatte, gebeten, die Kirche mit ihren außergewöhnlichen Kunstwerken für die Gruppe zu öffnen und im Gespräche zwei ausgewählte moderne Kunstwerke vorzustellen. Durch ihre Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst hat sich die 1972 gegründete Gemeinde einen Namen weit über die Stadtgrenzen Krefelds hinaus gemacht.

"Mehr als 30 Werke autonomer Künstler sind dauerhaft installiert im Kirchraum, in der Taufkapelle, in der Vorhalle, in den Nebenräumen und auf einer parkähnlichen Wiese hinter dem Gemeindezentrum", heißt es im Internet (www.kirche-im-bistum-aachen.de); und weiter: "Bei den Kunstwerken handelt es sich um Arbeiten von ca. 25 Künstlern, darunter so bekannte Namen wie Joseph Beuys, Felix Droese, Klaus Rinke, Ulrich Rückriem, Günther Uecker. Vertreten sind 2 japanische Künstler, eine Südafrikanerin, ein Spanier, ein Kanadier usw. Nur vier Kunstwerke wurden eigens für unseren Kirchraum geschaffen: Altar (Ulrich Rückriem), Ambo (Klaus Becker/Ulrich Rückriem),  Weihwasserbecken (Klaus Rinke) und ein Altar in der Sakramentskapelle (Magdalena Jetelová). Alle anderen sind ohne kirchlichen Auftrag entstanden, die meisten auch ohne Zugrundelegung eines kirchlichen, biblischen oder sonstwie religiös geprägten Themas."

Zunächst versammelte sich die Gruppe, um das Bild einer japanischen Künstlerin zu entdecken und zu deuten. Obwohl das abstrakte Werk ohne direkten religiösen Bezug entstanden ist, ließen sich viele seiner Elemente in einem weihnachtlichen Kontext sehen, so dass ein angeregtes und offenes Gespräch über das Bild entstand.

Das zweite Bild, welches von Herrn Maaßen und der Gruppe diskutiert wurde, stand in engem Bezug zu Ostern. Die aufgeschlitzte Leinwand, bemalt und bespritzt mit blauer und roter Farbe, entstand in Zusammenarbeit einer Malerin mit einer Rockband und rief bei der Gruppe Assoziationen von Verwundung, Passion, aber auch von Hoffnung und Auferstehung hervor. Im Anschluss an die gemeinsame Erkundung der ausgewählten Kunstwerke hatten die Schüler noch die Möglichkeit, sich in Kleingruppen weitere Stücke der Sammlung intensiv anzuschauen, wovon alle gerne Gebrauch machten. Pfarrer Maaßen konnte dabei noch viele interessante Hintergrundinformationen geben. 

Das Fichte-Gymnasium bedankt sich bei Pfarrer Maaßen für eine Meditation, die unseren Schülerinnen und Schülern Weihnachten auf eine neue Art nahe gebracht hat.