Flinke Beine - Großes Herz

Etwas aufgeregt wippten Ekaterini (10) und Justin (10) auf ihren Füßen hin und her. Nun war der Moment gekommen: Die beiden Fünftklässler atmeten tief durch, gingen gemessenen Schritts auf Nathalie Schmoll zu und überreichten der Mitarbeiterin der Kindernothilfe den Scheck in Höhe von 3000 Euro. Wie die anderen Schüler der Unter- und Mittelstufe hatten Ekaterini und Justin beim Sponsorenlauf im September 2008 im Kaiser-Wilhelm-Park unermüdlich ihre Runden auf der roten Asche gedreht. 14.547,41 Euro waren bei der Aktion zusammengekommen. 80 Prozent des Geldes sind bekanntlich für die dringend notwendige Neugestaltung des Schulhofes gedacht, 20 Prozent fließen nun in ein Projekt der Kindernothilfe im indischen Dharampur, in dessen Rahmen Kindern aus ärmsten Verhältnissen eine Schulbildung ermöglicht wird. Am 16. Januar war Nathalie Schmoll im Fichte-Gymnasium zu Gast, um die Spende für die Hilfsorganisation in Empfang zu nehmen.

 

„Im Fach Praktische Philosophie haben wir uns mit verschiedenen Kinderschicksalen auseinandergesetzt, - mit dem kleinen Andre etwa, dessen Hände rissig sind und schon ganz alt aussehen, weil er den ganzen Tag im Steinbruch arbeiten muss. Und mit Iqball haben wir uns beschäftigt, der in einer Teppichfabrik die Schulden seiner Eltern abarbeiten muss“, erzählte Helmut (10) aus der Klasse 5a im Rahmen der Scheckübergabe. „Wir haben uns überlegt, welche Rechte Kinder überall in der Welt haben sollten“, ergänzte Jill aus der Klasse 5b. „Die Rechte haben wir dann auf Plakaten dargestellt und einen Plakatwettbewerb veranstaltet. Die Siegerplakate wurden am Tag der offenen Tür ausgestellt.“

Neben den Fünftklässlern war Elif aus der Klasse 7c bei der Scheckübergabe. „Auch wir haben uns in der fünften Klasse mit dem Thema Kinderarbeit beschäftigt. Wir haben uns gefragt, wie man Iqball und den anderen Kindern helfen könnte. Da kamen wir auf die Idee mit dem Sponsorenlauf“, erinnerte sie sich zurück. Aufmerksam hörte Nathalie Schall den Schülern zu und stellte im Anschluss das Projekt der Kindernothilfe vor. Im indischen Dharampur hilft die Organisation Eltern dabei, finanziell auf die Beine zu kommen, damit ihre Kinder nicht in der Teppichfabrik arbeiten müssen. Zudem finanziert die Kindernothilfe die Schulausbildung der Kinder. „Es hat mich sehr gefreut, zu sehen, wie begeistert sich die Schülerinnen und Schüler mit unserem Projekt und dem Thema Kinderarbeit auseinandergesetzt haben“, blickt Nathalie Schall berührt auf ihren Besuch am Fichte-Gymnasium zurück.

Sponsorenlauf am Fichte: Das Ergebnis

Am 26. September hieß es in der Westdeutschen Zeitung: "Schüler und Schülerinnen des Fichte-Gymnasiums liefen für einen guten Zweck: Schon morgens um Neun drehten die ersten Läufer und Läuferinnen ihre Runden im Kaiser-Wilhelm-Park. Durch den Sponsorenlauf soll vieles finanziert werden: die dringend notwendige Umgestaltung des Schulhofes, aber auch ein Kindernothilfeprojekt in Indien."

Die Stimmung bei den Schülerinnen und Schülern war großartig. Unsere Jüngsten liefen bis zu dreißig Kilometer und wurden duch die engagierte Oberstufe optimal betreut. Der Fachschaft Sport unter der Leitung von Frau Lubienetzki gilt unser Dank für die hervorragende Organisation.

Alle Beteiligten haben mit ihrem Einsatz dazu beigetragen, dass eine große Spendensumme bis heute eingegangen ist:

                                             14.547,41 Euro !

Und das sind noch einmal die Projekte:

Indien: Lernen statt Teppiche knüpfen

Die Kindernothilfe berichtet: "In den Teppichzentren in Dharampur werden bevorzugt Kinder eingestellt. Versteckt in Hinterhöfen sind die Zentren in privaten Wohnungen  untergebracht. Denn die Teppichzentren sind illegal. Bis zu 11 Stunden am Tag schuften hier acht- bis vierzehnjährige Kinder in den engen, stickigen Räumen. Zur Schule gehen sie nicht."

Mit ihrem Projekt 22359 kämpft die Kindernothilfe gegen diese Form der Kinderarbeit und ermöglicht es 300 Mädchen und Jungen in zehn Dörfern des Gebietes, eine Schule zu besuchen. Die Kinder erlernen Fertigkeiten, die es ihnen später ermöglichen sollen, eine andere Arbeit auszuüben.

SOS - Schulhof 

Schon seit vielen Jahren heißt es: Unser Schulhof muss schöner werden. Jetzt aber rückt er verstärkt in den Blick. Für die in 2009 beginnende große Umgestaltung leisten die Spenden aus dem Sponsorenlauf einen wichtigen Beitrag. Der Schulhof soll bald  besseren Raum bieten für Bewegung und Spiel, für Ruhe und Erholung, und er soll helfen, die Nachmittage der Schülerinnen und Schüler kreativ zu gestalten.