Landeskunde erlebt: Silvesternacht und die zwölf Trauben

Noch kurz vor Weihnachten konnte man im Spanischunterricht bei unserem Fremdsprachenassistenten Santiago Sánchez Blázquez schon einmal die Silversternacht (Nochevieja) erleben, so wie sie jedes Jahr in ganz Spanien gefeiert wird.

Kurz vor Mitternacht schaltet man in Spanien das Fernsehgerät ein und schaut gebannt auf die Live-Übertragung der Turmuhr des Sitzes der Madrider Regionalregierung, die am Platz Puerta del Sol gelegen ist. Eine Minute vor zwölf ertönen zwölf Glockenschläge und mit jedem Glockenschlag muss nun eine Weintraube gegessen werden. Wenn man das nicht zeitig schafft, dann bringt das neue Jahr nach einem Aberglauben Unglück.

Vor einigen Jahren ließ man das Uhrwerk von einem schweizer Uhrmacher überholen, der diesen Brauch nicht kannte und der die Uhr so reparierte, dass die Glockenschläge zu schnell erfolgten. Es gab eine Protestwelle, da viele Leute offensichtlich Erstickungsanfälle bekamen. Es ist klar, dass das Problem beseitigt werden musste.

Da viele Spanier auch mit einem langsameren Glockenschlag die Weintrauben wegen der Kerne nicht schnell genug vertilgen können, liefert der Lebensmittelhandel in Dosen verpackte, kernlose Trauben, natürlich als Dutzend abgepackt.

An unserer Schule war es in der vorweihnachtlichen Silvernacht noch hell, die TV-Übertragung war "dead" und nicht "alive", sie kam von einem Notenbook und wurde mit dem Beamer projiziert. Aber die kernigen Weintrauben waren echt. Fast alle Kursteilnehmer haben es geschafft, die Weintrauben rechtzeitig zu essen. Und was wird aus den anderen Teilnehmern? Wird wohl schon nichts passieren, da es ja nicht die echte Silvernacht war.

Zunächst wünschen wir: Feliz Navidad.

H.H. Schüller