Paris - Himmliche Eindrücke

Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris. Heinrich Heine

Unsere Studienfahrt nach Paris konnte endlich beginnen: Vom 3.10.2016 bis 7.10.2016 verbrachten wir wunderschöne, aber viel zu kurze Tage mit Frau Grade und Herrn Rodriguez in Paris. Auf die Busfahrt mit legendären Mario-Kart-Rennen folgte ein schnelles Einchecken im Hotel und schon ging es mit der Métro in die Innenstadt. Les Halles, die Nebenstraßen mit ihren stimmungsvollen Geschäften und Schneckenrestaurants und zum Abschluss des Abends das Centre Pompidou mit einem herrlichen Blick über Paris – schon der erste Abend war vollgepackt mit spannenden Programmpunkten. So ging es auch weiter. Am nächsten Morgen besichtigten wir Paris mit einer Stadtrundfahrt, bevor es zum Musée d’Orsay mit seinen berühmten Impressionisten ging. Nach so viel Kultur ließ man sich gerne auf der obersten Etage in die bequemen Sitzpolster sinken, die Riesenkraken ähnelten, und bewunderte die Aussicht aus dem Ziffernblatt der riesigen Uhr des ehemaligen Bahnhofs.

Das Highlight des Tages war unbestritten die Fahrt zur Spitze des Eiffelturms. Die Stadt sah pittoresk aus, denn die Lichter erwecken Paris erst bei Nacht so richtig zum Leben. Doch das schönste am Eiffelturm war nicht der Eiffelturm selbst, sondern die Tatsache, dass wir alle gemeinsam mit Freude - auch wenn die Kälte oben schon fast schmerzte - die Aussicht genossen haben, jeder auf seine Art und Weise: Manche machten Gruppenbilder, andere machten Bilder für ihre daheimgebliebenen Freunde oder Freundinnen, um ihnen zu versprechen, irgendwann einmal gemeinsam hierhin zu kommen, einige fotografierten die atemberaubende Aussicht und viele lachten einfach und genossen die schöne Zeit mit ihren Freunden. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Pariser Mentalität abfärbt: Man genießt seine Maccarons entspannt auf dem Eiffelturm während eines Gesprächs mit einem Einheimischen. Das Klischee über die Englisch-Verdrossenheit der Franzosen hat sich nicht bewahrheitet – kein perfektes Englisch, aber die Versuche waren da und das ist das Wichtigste. Viele weltoffene Menschen haben uns die Augen für die Besonderheiten von Paris geöffnet, selbst eine Familie aus Kalifornien trafen wir auf dem Eiffelturm.

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst in das Viertel Montmartre, wo wir den Jugendstileingang zur Métro bewunderten, das Künstlerviertel kennenlernten und nach einem langen und schweißtreibenden Aufstieg schließlich die schneeweiße Kirche Sacré-Coeur erblickten. Auf den Treppenstufen vor Sacré-Coeur entspannten wir uns in der Sonne, bevor es zum Louvre ging. Der Louvre war beeindruckend – die Größe des Prunkbaus und die langen Korridore voller Statuen und Gemälde brachten uns zum Staunen – selbst wenn man kein großer Kunstfan war.

Am Donnerstag ging es dann zum Schloss Versailles, das ein wirklicher Höhepunkt unserer Reise war. Bei strahlendem Sonnenschein glänzten die vergoldeten Tore und nahmen die Pracht im Inneren vorweg: Protzige Korridore, farbiger Marmor und ungewöhnlich große Zimmer sowie der berühmte Spiegelsaal. Bei der Führung erfuhren wir, in welchen Räumen unter anderem König Ludwig XIV beim Essen oder während des Schlafengehens von Höflingen beobachtet wurde, welches damals eine große Ehre für diese war. Ein Privatleben in unserem Sinne hatte der König nicht. Nach der Führung konnten wir dann im Schlossgarten entspannen und ein paar… oder eher eine ganze Menge Erinnerungsfotos schießen. Das Highlight des Gartens bildete aber der Kanal des Schlosses, auf dem man mit dem Ruderboot fahren konnte oder einfach nur während des Picknicks zusah, wie Karpfen um Brot kämpften.

Zum Abschluss unserer Studienfahrt haben wir Paris noch einmal mit einer Bootstour auf der Seine erleben können. Die Fahrt ging am Eiffelturm los, wo sie dann auch schließlich endete. Hier ergab sich die Möglichkeit, vom oberen Bootsteil im Freien die letzten Bilder von den Sehenswürdigkeiten zu schießen. Wem das zu kalt war, der stieg nach unten in den überdachten Bootsteil und konnte sich da - mithilfe eines telefonartigen Kopfhörers - in der gewählter Sprache die letzten Informationen zu den Sehenswürdigkeiten anhören. Zusammengefasst war das der perfekte Abschluss, da man sich das bereits Besichtigte in Erinnerung rufen konnte und somit die Tage Revue passieren ließ. Zudem gab es jedem die Möglichkeit, noch einmal fast ganz Paris zu genießen und die schöne Stadt auf sich wirken zu lassen.

Viele Dank an die gesamte Stufe, die diese Stufenfahrt zur schönsten Stufenfahrt unseres Lebens gemacht hat, und an Frau Grade und Herrn Rodriguez, die unermüdlich für uns da waren.

Amin Mameh, Sarah Melentin und Sarah Saadeddine