Stolpersteinverlegung für Auguste Hertz

Am 08. Mai 2017, dem "Tag der Befreiung", besuchte der Pfarrer Herr Goll aus der Schweiz das Fichte-Gymnasium. Er hatte in seiner Ahnenforschung festgestellt, dass eine entfernte Verwandte von ihm, die in Krefeld lebte, 1942 von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden ist. Er nahm daraufhin Kontakt mit der NS-Dokumentationsstelle in Krefeld auf und regte die Verlegung eines Stolpersteins für Auguste Hertz an.

Anlässlich dieser Verlegung reiste Herr Goll nach Krefeld und besuchte vor der Verlegung das Fichte-Gymnasium. Bei einem 90-minütigen Vortrag informierte er die Schüler der Klasse 9b und den Religionskurs der Einführungsphase über den Werdegang seines Vaters, der im Widerstand bei der Bekennenden Kirche tätig war sowie über den Lebenslauf von Auguste Hertz. Die Schüler und Schülerinnen zeigten sich vom Schicksal der Familie Goll sehr betroffen und äußerten einhellig, wie wichtig es sei den Opfern des Nationalsozialismus mit den Stolpersteinverlegungen durch den Kölner Künstler Gunter Demnig einen Namen zu geben.

Bei der Verlegung des Stolpersteines am Nordwall 80 trugen die Schüler das Gedicht "Jeder Mensch hat einen Namen" von Zelda Schneersohn Mishkovsky vor und legten Kerzen und Blumen nieder. Herr Goll, die Schüler und alle anderen anwesenden Personen waren sichtlich ergriffen von der Atmosphäre.

Chr. Schüppel

 

"Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Diese quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Mittlerweile gibt es rund 60.000 Steine (Stand: Februar 2017) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 20 weiteren europäischen Ländern. Die Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Marke Stolpersteine ist seit 2006 beim Deutschen Patent- und Markenamt durch Gunter Demnig geschützt, seit 2013 auf europäischer Ebene."

Quelle: wikipedia.org