Julia und ihre Freunde sind "Essperten"

Unterricht einmal anders – spannende Mitmachstationen sorgen für Aha-Momente

Die Schüler der 5. bis 7. Klassen untersuchten am Donnerstag vor den Herbstferien (06.10.2016) in einer von der Jugendhilfe der Stadt Krefeld konzipierten interaktiven Ausstellung ihr Konsumverhalten und die Maschen der Werbung.

Während die Schüler der 6a bei einer Blindverkostung von Doppelkeksen, Chips und Schokolade die Markenprodukte fast alle erkannten, stellten viele andere wie Cemrenur aus der 7c fest, "dass es keinen Unterschied zwischen NoName- und den Originalprodukten gibt". Die Teilnehmer lernten so, wie Werbung sie selbst aber auch die Eltern in ihren Kaufentscheidungen beeinflusst. Die Station "Werbe 1x1" zeigte den Schülern, wie schwierig es ist, Werbestrategien zu durchschauen. Ihnen wurde so bewusst, dass auch sie selbst Werbeträger sind, wenn sie z. B. Markenkleidung tragen.

In einem zweiten Block erfuhren die Schüler, welche Auswirkungen ihr Konsumverhalten auf andere Menschen und die Umwelt hat. So stieß zum Beispiel die Station "Plastikmüll" auf großes Interesse. Scarlett Kaulertz und ihre Kolleginnen vom Fachbereich Jugendhilfe erläuterten, dass circa zehn Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in den Ozeanen landen. Es dauert allerdings rund 20 Jahre, bis sich eine Plastiktüte in kleinste Partikel zersetzt hat. Viele Tiere verenden, weil sie sich in Netzen und Plastiktüten verfangen oder weil sie den Müll mit ihrer Nahrung verwechseln. "Aber wir essen ja auch Fisch, dann essen wir ja auch etwas Ungesundes – Plastik!", stellte Nicole aus der 6a fest. Alle waren sich einig, dass es nötig ist, den Plastikverbrauch einzuschränken.

Aktiv werden konnten die Schüler an der Station "Die Reise eines Fußballs" - allerdings nicht wie erhofft bei einem Fußballspiel. Einen Lederfußball mit Originalwerkzeug und –material zusammennähen war die Herausforderung. Hatice, Julia und Paula kamen schnell überein, dass diese Arbeit extrem anstrengend und der Lohn von 20 Cent für die Arbeiter in Pakistan viel zu gering ist. Ebenso war den Nähern klar, dass der Ladenpreis von 20 Euro in keinem Verhältnis zum Arbeitsaufwand steht. Alle wollen in Zukunft verantwortungsvoller mit Kleidung und Spielsachen umgehen und mehr auf Siegel wie "Fair Trade", "GEPA" und "Blauer Engel" achten, die unter anderem anzeigen, dass die Arbeiter angemessen bezahlt werden.

Insgesamt hat die Ausstellung "Werbung und Konsum" die Schüler für das Thema sensibilisiert und sie angeregt, ihr eigenes Verhalten zu überdenken. Dass das in einem etwas anderen Unterrichtsrahmen geschah, kam gut an, wie Mashid (7c) es zusammenfasst: "Das war sehr spannend, hoffentlich machen wir das ein zweites Mal!".

K. Peters und S. Wölke