Fichte-Schüler schnuppern "Berliner Luft"

Stimmungsvolle Atmosphäre zur (Fichte-) blauen Stunde: Brandenburger Tor

Impressionen einer Stufenabschlussfahrt

Vom 23.05.16 bis zum 27.05.16 ist 9. Stufe mit den Klassenlehrern Herrn Tadych (9a) und Herrn Schüppel (9b), sowie Frau Wölke, Frau Peters und Herrn Kado, zur Abschlussfahrt nach Berlin gefahren.

Nach acht Stunden Busfahrt und einem reichhaltigen Abendbuffet, haben wir am ersten Abend einen 7,5-Kilometer-Spaziergang durch die grüne Lunge Berlins, den berühmten Tiergarten, und vorbei an verschiedenen Sehenswürdigkeiten, wie z. B. der Siegessäule, dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz gemacht. Um 23:00 Uhr fielen alle erschöpft in die Betten.

Kuppel des Reichstagsgebäudes ohne "Berliner Luft"

Am Dienstag stand ein umfang- und lehrreiches Programm an: Zuerst eine Besichtigung des Reichstags mit einem Vortrag über das Reichstagsgebäude und die Arbeitsweise des Bundestages. Anschließend führte uns der von Herrn Schüppel geplante "Biparcours", eine GPS-geführte Stadtrallye, vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz. Der "Biparcours" war auch ein Wettbewerb, da wir durch die gleichnamige App Gruppen bilden und innerhalb dieser durch Erfüllen von Aufgaben Punkte sammeln konnten. Dadurch konnten wir eigenständig die wichtigsten Orte Berlins erkunden: das Brandenburger Tor, den Berliner Dom, die Museumsinsel, die Schuldenuhr Deutschlands, die Neue Wache und sogar das Haus, in welchem sich die Wohnung Angela Merkels befindet. Dieser Parcours endete schließlich am Alexanderplatz, wo viele Schüler die restliche Zeit zum Bummeln nutzten. Danach gab es eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, in deren Verlauf wir u.a. die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße und das Holocaust Mahnmal besichtigten und das Schloss Bellevue sowie zahlreiche Botschaften vom Bus aus bestaunen konnten. Nach dem Abendessen machten sich dann noch einmal alle frisch, denn es ging in einen der angesagtesten Clubs Berlins: das Matrix. Dort haben dann zwar nicht alle getanzt, doch aus unsere persönlichen Sicht war dies eines der Highlights der Fahrt.

Am Mittwoch ging es mit der U-Bahn zum Kurfürstendamm, der Einkaufsmeile Berlins mit Europas größtem Kaufhaus – dem KaDeWe. Wir nutzten die freie Zeit zum Shoppen, Bummeln und Essen. Anschließend fuhren wir nach Potsdam, wo wir ein sehr aufregendes und spaßiges Drachenbootrennen gemacht haben. Dabei sind zwar alle nass geworden und hatten hinterher Muskelkater, aber das war der Spaß wert. Zu diesem Rennen wurden wir nämlich in drei Gruppen eingeteilt, bei denen eine Person immer den Takt als "Trommler" angab und die anderen links und rechts, möglichst im gleichen Takt, paddelten. Ich hatte Glück, denn meine Gruppe hat zum Schluss Herrn Tadych zum motivierenden Trommler gemacht, wodurch wir den Sieg dann auch geholt haben. Zum Abschluss des Tages sind wir an der East-Side-Gallery, dem längsten noch vorhandenen Stück der Berliner Mauer, welches von Künstlern aus der ganzen Welt als Leinwand benutzt wird, entlang spaziert.

"Berliner Luft" aus Drachenbootperspektive

Am Donnerstag hatten wir zuerst eine Führung durch das Museum "Checkpoint Charlie'' mit anschließendem Zeitzeugengespräch mit Rudi Thurow, einem ehemaligen NVA-Grenzsoldaten, welcher unter Lebensgefahr in den Westen geflüchtet ist. Bei dieser Führung haben wir viel über die Zeit des Kalten Krieges und die verschiedenen Wege erfahren, wie die Menschen damals vom Osten in den Westen zu fliehen versucht haben und was das für Folgen hatte. Herr Thurow berichtete uns, dass die Staatssicherheit 17-mal versucht hat, ihn zu ermorden und er nur durch die Warnungen des amerikanischen Geheimdienstes noch am Leben sei. Für alle war dies lebendige Geschichte und etwas ganz anderes, als der Unterricht in der Schule.

Mittags erkundeten wir die Gegend um dieses Museum herum, wo sich unter anderem die "Mall of Berlin" befindet. Nachmittags haben wir das Stasigefängnis "Hohenschönhausen" besichtigt, geführt von ehemaligen Insassen. Alle drei dieser ehemaligen Gefangenen konnten uns durch ihre eigene Geschichte und Erfahrungen sehr bereichernde Einblicke geben. Unter anderem führte uns Thomas Raufeisen, dessen Vater als Spion der Stasi in Hannover tätig war. Sein Familie und er wurden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Osten gelockt. Von jetzt auf gleich änderte sich das Leben des 16-Jährigen zum Negativen. Die Familie schmiedete Fluchtpläne und wurde verhaftet. Herr Raufeisen saß insgesamt drei Jahre in Haft. Sein Vater überlebte die Haft nicht.

Am letzten Abend wurde die Klassenfahrt mit dem Besuch der Show der Blue-Man-Group gekrönt. Im Anschluss daran wurden in der Jugendherberge die Preise für die Teilnehmer des "Biparcours"-Wettbewerbs verliehen.

Freitagmorgen war es dann auch leider schon so weit und wir mussten die Koffer packen und Abschied von Berlin nehmen. Eine ereignisreiche und lehrreiche Woche ging viel zu schnell vorbei.

Zara Atasoy (9a) / Christian Schüppel